Object: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Lohnregulirungen. 
455 
Bei den Baumwollwebern war die Lohnreduction im An- 
fang des Jahrhunderts weit stärker. Diese armen Leute 
arbeiteten 15—16, sogar 18—20 Stunden pro Tag und kamen 
doch nur auf einen Wochenverdienst von 9 Schilling oder 
nach Abzug aller Kosten von nur 7 Schilling. Die Löhne 
sanken 1803 auf die Hälfte oder ein Drittheil ihres frühern 
Stands oder noch tiefer, und stiegen 1805 nur wenig. !) Grund 
dieser Depression war Ueberproduction, hauptsächlich betrie- 
ben durch kapitalarme Speculanten, Abnahme des ausländi- 
schen Absatzes — und Verbesserung der Technik, durch 
welche in gleicher Arbeitszeit mehr geleistet wurde. Die 
Weber, welche noch durchaus Hausweber war6n, standen in 
ihren Löhnen stark hinter den Spinnern zurück. Sie petitio- 
nirten seit 1799 ans Parlament und verlangten jetzt mit 
grosser Energie ein gesetzliches Lohnminimum, ®) wobei sie 
von einem Theil der Fabrikanten unterstützt wurden, ®) welche 
davon eine Verminderung der Coneurrenz und Preiserhöhuhg 
ihrer Vorräthe erwarteten. Das Committee lehnte aber diese 
Vorschläge als gänzlich unannehmbar ab, und es hatte darin 
nicht Unrecht, denn €s wurde vorgeschlagen, ein veraltetes 
Mittel gegenüber einer gänzlich neuen Lage, einem leidens- 
vollen Uebergangsstadium des Gewerbes gegenüber anzu- 
wenden. 
Bald darauf warfen sich denn auch die Weber auf die 
Idee des Einigungsamtes. Ihre Noth bestand in wachsendem 
Maasse fort, durch Hereinströmen von Arbeitern aus dem Acker- 
bau, durch Heranziehung von Weibern und Kindern wurde der 
Lohn stets weiter gedrückt*); von 12000 Webern im Man- 
. 1) Naturgemäss gehen die Angaben über die Lohnsätze stark aUS- 
einander s. Report on Petitions of Several Cotton Manufacturers and 
journeymen Cotton Weavers 1808 u. 1809 S. 3, 4, 5, 9, 11. 
2) Ueber diese Petitionen 8. auch Handloom weavers Report von 
1834 S. 447: die Stelle ist. in unserm Anhang abgedruckt unter E. 
58. aa. 0. (vorletzte Anmerkung), S. 5, 12, 19, 21, 32, 34. 
4) Report on Petitions of Several Weavers 1811 S. 2.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.