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der Förderung der Arbeiterversicherung zum Ausdruck kommen
muß. Zu einer solchen Sozialpolitik ist die Münchener Stadt
verwaltung umsomehr berufen, als sie die soziale Struktur
der Stadtbevölkerung genauestens kennt und infolge der Er
hebungen und Veröffentlichungen des statistischen Amtes der
Stadt auch Kenntnis hat von dem Umstand, daß München, ob
wohl die Zahl der Großbetriebe nicht vorherrscht und die
mittel- und kleingewerblichen Betriebstätten sich durch starke
Vertretung auszeichnen, eine große Arbeiterbevölkerung be
sitzt und daß indirekt nahezu 2 / 3 seiner Bewohner nur von
der Industrie leben. Es heißt zunächst diesen Teil der Groß
stadtbevölkerung aus den Mietskasernen mit ihren schweren
sozialen und volksgesundheitlichen Schäden herauszuholen und
ihn durch Wohnungen mit Luft und Licht vor .weiterer Degene
ration zu bewahren, was am besten auch ohne Anlagen von
Kleinhäuserkolonien durch gute und billigste Verkehrsverbin
dungen Münchens mit seinen Vorstädten mittels Vorortzügen
oder elektrischer Bahnen mit Sondertarif zu erreichen wäre.
Dadurch würde Münchens „Prestige als Kunst- und Fremden
stadt“ kaum nennenswert beeinflußt werden und der wirtschaft
lichen Entwicklung des „Isarathen“ eine gesicherte Grundlage
geschaffen sein. In dem Maße, wie dieses Problem seiner ein
stigen Lösung entgegengeht, wird sich auch manch unberech
tigtes Vorurteil gegen die „Großstadt München“ als solche
verlieren. Ihre wirtschaftliche Bedeutung würde sich noch mehr
heben und könnte in segensreicher Einwirkung auf das Land
den Vorwurf wieder entkräften, welcher der Stadt von vielen
Seiten in der Provinz stets gemacht wird: alle wissenschaft
lichen Sammlungen und Institute an sich ziehen und sich auf
Kosten des Landes zu bereichern. Aber München mit seiner
kolossalen wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Dezen
nien, mit seiner räumlichen Ausdehnung und der fortgesetzten
Steigerung seiner Einwohnerzahl hat ein Anrecht auf die bevor
zugte Stellung, die es heute im Wirtschaftsleben Bayerns ein
nimmt. Nicht nur, daß eine Stadt wie München für das übrige
Land ein unerschöpfliches Absatzgebiet bildet, weil ihr Ver
brauch an Nahrungsmitteln, Materialien und industriellen Wer
ten, zu deren Lieferung das Land herangezogen wird, ein ganz