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Dardanellen — Darmstadt.
bestand die Danzigcr Reederei 1880 (inkl.
13 Flußdampfer) aus 170 Schiffen von
44,842 Ton. — Es bestehen hier die Dan-
ziger Schiffahrtsaktiengesellschaft (Kapital
1,575,000Mk.) und die Danziger Schiffs
werft- und Kesselschmiede-Aktiengesellschaft
(Kapital 300,000 Mk.). Der Seehafen der
Stadt ist Neu sah r w a sse r an der Weich
selmündung; dort liefen 1879
ein: 1696 Schiffe von 467665 Tonnen
aus: 1713 - - 468962
Überhaupt liefen 1740 Schiffe von 632,777
T. ein, 1754 von 632,164 T. ans. Von
den eingegangenen waren 1049 deutsche
Wii 318,837!$:., 819 WH 524,673
T., 165 dänische von 42,317 T. Auf der
Weichsel verkehrten stromabwärts 5540
Kähne, stromaufwärts 5410 Kähne. —
Die P o st beförderte 1879:8,081,874 «tief*
Postsendungen, 136,042,218Mk.inBriefen
und Paketen, 21,127,519 Mk. auf Postan
weisungen re., der Telegraph 92,737 auf
gegebene und 91,262 angekommene Tele
gramme. — Kreditwesen. DieReichs-
bank- (jetzt Haupt-) Stelle(mit denNeben-
stellen Marienwerder und Kulm) hatte
1880 einen Umsatz von 463,926,100 Mk.,
davon Wechselverkehr 145,651,400 Mk.,
Giroverkehr 279,977,400 Mk. Die Dan-
ziger Privataktienbank (Zettelbank, Kapi-
M: 3 9)üK. m.) ^Hc 1879 cium @c=
samtumsatz von 283,630,576 Mk., Noten
umlauf 1. Jan. 1880: 1,663,900 Mk.,
Wcchselbestand 6,140,759 Mk. und zahlte
pro 1879 eine Dividende von 5 Proz.
Der Gesamtumlauf der Noten darf bis 3
Mill.Mk. gehen ; von dem umlaufenden Be
trag muß mindestens ein Drittel in barem
Geld, mindestens ein Drittel in diskontier
ten Wechselil, der Nest tu Effekten in einer
besondern Notenkasse vorhanden sein. Die
Noten bestehen inStückenzu lOOAkk. und
werden bei der Kasse der Bank sowie beider
Deutschen Bank in Berlin gegen bar ein
gelöst. Ferner besteht hier noch der Dan
ziger Sparkassenaktienverein. — Jährlich
zwei Messen: der Dominikmarkt (vom
5. Aug. an, für Fremde 8 Tage dauernd,
für Einheimische über 3 Wochen) und der
Martinimarkt (weniger bedeutend). In
den vier letzten Jnnitagen Wollmarkt. —
Platzgcbräuche. Mau verkauft: Weizen
nach der Tonne (196 Pfd. engl.) und der
Last von 20 T., Lüneburger Salz nach der
Last von 18, spanisches, französisches u. a.
nach der von 16 T., Stäbe ilnd sichteue Die
len pro Schock von 60, Masten nach dein
engl. Fuß, eichene Balken nach dem franz.
Kubikfuß, fichlene dito nach dem engl. Ku-
biksnß, eichene Eisenbahnschwellen für das
Stück, sichtenc dito nach dein engl. Kubik-
fnß, Maschinenkohle nach dem Keel von
2l Hs Tons, Schmiedekohle nach demselben
von 8 Chaldrons, Koks nach demselben
von 11 Tons in Pfunden Sterling; Ein
fuhrwaren auf 1,2, 3 Monate Kredit, bei
Barzahlung 6 Proz. Diskont pro Jahr.
Wechselkurse notiert man ans Amster
dam, Hambilrg. London, Paris, Warschau
und Wien nach den Normen von Berlin,
atlf Berlin und Königsberg 8 Tage und 2
Monate dato. Fast der ganze Wechselver
kehr nimmt seinen Weg über Berlin.
Dardanellen, s. Kaleh Sultanieh.
Darmstadt, Hauptstadt des Großher-
zogtums Hessen, au der Hessischen Lud
wigsbahn, Main - Neckarbahn, Oden
wald- und Niedbahn; (isso) 48,803 Einw.
Konsulate für Frankreich und Spanien;
Münzstätte; Handelskammer, Gewerbe-
halle; Waren- und Produktenbörse (an je
dem Dienstag); Obersteuerdirektion und
Hauptzollamt. — DieJndnstrie erstreckt
sich auf die Fabrikation von Tapeten,Spiel
karten, Zündhölzchen, Chemikalien, tech
nischen und musikalischen Instrumenten,
Maschinen (besonders Lokomotiven) u. a.
Der Handel vertreibt diese Judustriepro-
dukte sowie Spargel und andre Garten-
erzeugnisse, Wald- und Graösamen. Auf
den oben angeführten vier Eisenbahnlinien
bilden bedeutende Biehtranöporte, na
mentlich aber eine starke Steinkohlenzu-
und -Abfuhr, Holz-, Eisen-, Erz- und
Steinsendungen die erheblichsten Faktoren
im Güterverkehr. — Bei der Post gingen
1879: 2,187,200 Briefsendungen ein, be
fördert tvnrden 2,929,483 Zeitungen,
12,894,052 Mk. auf Postanweisungen rc.
Telegramme gingen ein: 335,804, aus:
33,400. —Kreditwesen. Die Reichö-
banknebenstelle hatte einen Gesamtumsatz
von 115,071,300 Mk. Die Bank für Süd-
deutschland (Kapital: 15,672,300 Akk.)