Tägliches Leben.
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das große religiöse Fest für ganz Ceylon und fällt in die schönste
Zeit des Jahres. Die Bauern erbauen unter Palmen einen über
dachten, aber an allen Seiten offenen Altan, der mit hellen Tüchern
und Blumen geschmückt wird. Um ihn sitzen sie in ihren besten
Kleidern, Betel kauend, die ganze helle Mondscheinnacht hindurch
und lauschen den Erzählungen von Buddha und seiner Kirche,
die ihnen die Mönche vortragen. Besonders werden Geschichten
aus dem llataüabuche, den Vorgeburtslegenden Buddhas, erzählt.
Über dem Ganzen schwebt der Geist der Ruhe und des Friedens,
und in diesen Tagen erweist sich der Buddhismus als eine Religion
für Herz und Gemüt.
Das Publikum, das zu Buddha kam, war natürlich ein sehr
gemischtes. Buddha nahm Einladungen zum Mahl bei den Ärm
sten und Geringsten ebenso an, wie bei Reichen und Fürsten. Es
ist schon erwähnt worden, daß sich in Vaisali die jungen Licchavis
mit der Hetäre Ambapäli um die Ehre der Einladung stritten,
und daß die Hetäre siegte. Diese Einladungen unterbrachen allein
die Einförmigkeit des Lebens. Fehlten sie, so ging Buddha, wie
der geringste Mönch, mit seiner Schale von Haus zu Haus und
wartete mit gesenktem Blick und schweigend, bis ihm jemand die
Schale füllte. Der Morgen wurde in geistlichen Übungen verbracht;
nach dem Bettelgange folgte die Mittagsruhe; abends kamen die
Laien zum Vibära, und Buddha spendete ihnen bis spät in die
Nacht Trost und Belehrung. Was die jüngeren Quellen über die
einzelnen Lebensjahre Buddhas berichten, sind meist Bekehrungs
geschichten. Im fünften Jahre seiner Lehrtätigkeit soll sein Vater
Suddhodana, 97 Jahre alt, gestorben sein. Der Tod hatte sehr
wichtige Folgen. Buddhas Stiefmutter Naliäprajäpati war über
den Tod ihres Gemahls untröstlich. Sie ging zu Buddha und
bat ihn, er möge auch den Frauen gestatten, Mitglieder des Ordens
zu werden. Buddha schlug ihr die Bitte dreimal ab. Aber Ma-
häprajäpati gab nicht nach. Sie ließ sich zusammen mit 500 an
deren Frauen aus der Familie der Säkyas die Haare schneiden
und machte sich zu Fuß auf die Reise nach Vaisäli, dem Meister
nach. Bestaubt und mit geschwollenen Füßen stand sie weinend
an der Tür des Zimmers Buddhas, als Luanda sie sah. Auf
ihre Bitte trug er Buddha ihr Anliegen vor. Doch Buddha schlug
es auch diesmal ab. Luanda schwieg zunächst. Aber bei gegebener
Gelegenheit erinnerte er Buddha an alle Wohltaten, die er von
Mahäprajapati erfahren, und es gelang ihm auch wirklich, Buddha