98-
d. h, im Kampf zwischen dem arbeitenden Bauerntum und Halb
proletariat einerseits und den Großbauern und Halbgrund
besitzern andererseits. Konkret betrachtet, kann die Kombination
der kämpfenden Elemente sehr mannigfaltig sein, je nach dem
spezifischen Gewicht der verschiedenen Wirtschaftstypen, je nach
den Variationen dieser Typen, (Denn das sind sehr fließende
Uebergangskategorien mit einer Unmenge von Schattierungen
üsw.) An sich genommen, isoliert vom ganzen übrigen Wirt
schaftskomplex. birgt dieser Bruch der Zusammenhänge in sich
auch die Möglichkeit einer Rückkehr zu primitiveren Formen,
denn die aktive Kraft bildet hier gerade die zersplitterte Arbeit
der kleinen Eigentümer, und nicht die vergesellschaftete Arbeit
der Proletarier, Aber im gegebenen historischen Komplex bildet
er einen Bestandteil des allgemeinen Zusammenbruches des kapi
talistischen Systems,*) Das ist die bäuerliche Agrarrevolution,
deren Bedeutung umso größer ist, je weniger die kapitalistischen
Verhältnisse entwickelt sind. Dieser Kampf kann von einer
großen Kraftvergeudung und einer Zersplitterung der materiellen
Produktionsgrundlage (einer gewissen Aufteilung der großen
Güter, des Inventars* **) der Viehbestände usw,), d. h. von einer
weiteren Herabsetzung der Produktivkräfte begleitet werden, und
wird gewöhnlich auch davon begleitet.
') Hier kann man eine Analogie ziehen zwischen dem geschilderten
Prozeß und dem Zerfall der Beziehungen zwischen fortgeschrittenen Mutter
ländern und ihren Kolonien. Die Kolonialaufstände bergen, objektiv genom
men, in sich die Möglichkeit eines neuen kapitalistischen Entwicklungskreis
laufs, wenn man diesen Prozeß isoliert betrachtet. Aber im allgemeinen
Komplex der Erscheinungen ist dies ein Nebenprodukt und zugleich auch
der stärkste Faktor des Zerfalls des imperialistischen Systems, als Vorbe
dingung der sozialistischen Wiedergeburt der Menschheit.
**) Vergl. den Artikel des Gen. Hoichbarg; „Die Vergesellschaftung der
Landwirtschaft" in „Nar. chos." 1919, Nr. 5; ebenso Miljutin; „Sozialismus
und Landwirtschaft"; N. Bogdanow: „Organisation der Sowjetwirtschaften"
in „Nar, chos." 1919 Nr. 6.