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Bereits auf S. 73 ff. ist geschildert worden, mit wie un
gewissem Erfolge der Streit um die kommerzielle Behandlung
der den rebellischen Unionsstaaten angehörenden Schiffe
zwischen beiden Parteien tobte. Die westindischen Pflanzer,
deren Plantagenwirtschaft grofsenteils von den nord
amerikanischen Zufuhren abhing, waren Freihändler, während
die britischen Rheder, die sich ihr Handelsmonopol nicht
nehmen lassen wollten, selbstverständlich schutzhändlerischen
Ansichten huldigten. Die Aussichten der letzteren waren nichts
weniger als günstig. War es doch eine allbekannte Tatsache,
dafs dieselbe Restriktionspolitik den Verlust von Nordamerika
eingetragen hatte! War doch seit Ad. Smiths Kritik des
Merkantilsystems die Überzeugung von den Vorteilen aller
Monopolien bedenklich erschüttert. Aufserdem hatten die
sachverständigsten Beurteiler der Lage, wie Br. Edwards und
W. Pitt, warnend ihre Stimme gegen eine wirtschaftliche
Trennung Westindiens von den Vereinigten Staaten erhoben.
Auch die in dem westindischen Report von 1784 zutage
geförderte Erkenntnis sprach nicht zugunsten der Pro-
tektionisten, ganz zu schweigen von dem aller Welt klar vor
Augen liegenden und nicht wegzuleugnenden Notstände der
britischen Zuckerinseln seit Beginn der nordamerikanischen
Unruhen, als die Schiffahrt mit dem Kontinent unterbrochen
wurde.
Um nun trotz dieser trüben Auspizien ihre Absichten im
Parlament durchzusetzen, bedienten sich die Schutzhändler
der gerade im Volk vorherrschenden Abneigung gegen alles,
was mit der Sklaverei zusammenhing, und schürten auf jede
Weise den Hals gegen die sklavenhaltenden, freihändlerischen
westindischen Pflanzer. Die allgemeine Begeisterung für
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, welche die Menge be
rauschte, machten sie sich weidlich zunutze und gewannen
so die öffentliche Meinung, die ihnen sonst skeptischer gegen
übergestanden hätte, zum Bundesgenossen. Nur wenige Leute
bewahrten sich ihr kühles Urteil und erkannten, dafs die
Sklavenbefreiung mit den handelspolitischen Streitigkeiten
sachlich gar nichts zu tun hatte. Der gemeine Mann aus dem
Volke, selbst der Abgeordnete aus dem Parlament vermengte
beides und übertrug aus psychologisch leicht erklärlichen
Gründen seinen Widerwillen gegen den Menschenhandel auch
auf die berechtigten frei händlerischen Bestrebungen der
Pflanzer. Die Preisunterschiede zwischen britischem und aus
ländischem Zucker, welche sich das englische Publikum ge
fallen lassen mufste, und deren Ursache nur wenige Gebildete
kannten, erhöhten nur die Erbitterung. Die Wut gegen die
Westindier verstieg sich zu drastischen, mitunter geradezu
komischen Ausdrücken. Sie wurden als nichtsnutzige Profit
macher, als habgierige Unterdrücker, als die Urheber der