Metadata : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

— AIl —

In dieser Zeit — Ende 1873 — war der Kurs der Union-Pacific-Eisenbahn
 sehr niedrig. Die ungeheuren Unterschlagungen
 Ames’ und seiner Verbündeten hatten sie mit
Schulden überlastet. Da für große Mengen Obligationen
festgesetzte Zinsen zu zahlen waren, so sahen nur wenige
Kapitalisten eine Möglichkeit, wie die Aktien wieder gewinnbringend
 gemacht werden könnten. Jetzt zeigte sich
die völlige Hohlheit der Behauptung dieser Kapitalisten,
daß sie bei der Erschließung des Westens vom öffentlichen
Interesse geleitet seien. Dieser Vorwand hatte zu allen
möglichen Diensten herhalten müssen. Sobald die beteiligten
 Kapitalisten überzeugt waren, daß die Credit-Mobilier-Clique
 aus der Eisenbahn allen irgend erdenkbaren Profit
herausgezogen hatte, ließen sie in aller Seelenruhe auch das
Projekt fallen und brachen jede weitere Verbindung damit
ab. Ihre Aktien wurden größtenteils zum Verkauf gestellt.

Fay Gould springt ein

In diesem Augenblick griff Jay Gould begierig zu. Jahrelang
 hatte er den Operationen der Credit-Mobilier-Gesellschaft
 lüstern zugesehen und war natürlich nicht imstande
gewesen, sich jedes Versuchs einer Beteiligung an diesen
Diebstählen zu enthalten. Er und Fisk hatten wiederholt
versucht, sich einzudrängen, und hatten bei den Gerichten
erkünstelte Prozesse anhängig gemacht, um aber immer zurückgewiesen
 zu werden. Jetzt kam seine Zeit.
Was machte es, daß 50 Millionen Dollar, gestohlen waren ?
Gould wußte, daß weitere große Einnahmequellen vorhanden
 waren; denn außer den 27 Millionen Dollar staatlicher
Obligationen, die die Union-Pacific-Eisenbahn bekommen
hatte, war ihr vom Kongreß ein Terrain von 12 Millionen
Morgen als Schenkung überwiesen worden. Ein Teil dieses
Terrains war von der Eisenbahngesellschaft zum durchschnittlichen
 Preise von etwa 4,50 Dollar pro Morgen verkauft
 worden, aber der größere Teil war noch vorhanden.
Ebenso konnten, wie sich in der Folge erwies, noch viele
Millionen Morgen neu erbeutet werden.
Außerdem wußte Gould — denn er hielt sich immer auf
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.