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Provinz Porto Maurizio, 301 Binw.). Dann folgen abwärts drei Gemeinden,
die (ebenfalls in Porto Maurizio gelegen) 1000 °/ 0 und mehr
erheben: Yille San Pietro (463 Einw.) mit 1124°/ 0 , Soldano
(553 Einw.) mit 1112 °/ 0 und Seborga (295 Einw.) mit 1000 °/ 0 .
Gewiß ein ungeheuerer Steuerdruck schon allein durch die Gemeindezuschläge!
Dabei sind sie noch stark im Steigen begriffen, wie oben
für den Zeitraum 1907/12 konstatiert wurde. Doch nicht genug hiermit.
Dazu treten noch andere Lasten, welche die Grund- und Hausbesitzer
zu tragen haben. Abgesehen von der staatlichen Belastung,
die, wie oben gezeigt, auch nicht gerade niedrig ist (der effektive
Satz der Gebäudesteuer beträgt 16,25 °/ 0 ), kommen noch die Provinzialzuschläge
hinzu, die z. B. für die Provinz Porto Maurizio 93,7 °/ 0 der
Prinzipalsteuer (i. J. 1907) ausmachten. In Anschlag zu bringen ist
sodann, abgesehen von den ßegisterabgaben, der Erbschaftssteuer und
dergl. mehr, soweit sie den Grundbesitz treffen, die Belastung mit der
Eamiliensteuer, insbesondere in den ländlichen Gemeinden, ferner mit
der Mietsteuer, namentlich aber mit der besonders die arme Gebirgsbevölkerung
schwer bedrückenden Viehsteuer 1 ). Bei alledem ist nicht
zu übersehen die relativ starke Verschuldung des Grundbesitzes in
Italien * 2 ).
Wer könnte wohl sagen, wie hoch die Gesamtsteuerlast ist, die
etwa ein Grundbesitzer in einer jener Gemeinden in der Provinz
Porto Maurizio tatsächlich trägt? Wohl niemand. Man fragt:
wie ist es möglich, daß z. B. in Genova der Grundbesitzer (rechnerisch)
an Steuern mehr zahlt als er aus dem Grundbesitz an Einkünften bezieht?
3 ) Dieses Problem legt uns nahe anzunehmen, daß die Grundund
Gebäudesteuer in Italien zum großen Teil sich zu einer auf dem
Objekt ruhenden Reallast verhärtet hat und häufig kaum noch in
vollem Maße als Steuer empfunden werden möchte 4 ). Der Hinweis
*) Vgl- F. Coletti, Industria armentizia e Imposte, im „Giornale degli
Economisti“, 1894 (Oktober) und 1896 (Dezember).
2 ) Der Gesamtbetrag der auf dem Grund- und Gebäudebesitz lastenden zinstragenden
Hypotheken betrug am 31. Dezember 1903 rund 3666 Mül. L., wovon
allein rund 1 Milliarde auf Liegenschaften entfällt. S. Annuario statistico it.
1912 S. 270.
s ) In Genova ist zu alledem die Belastung der Grundbesitzer mit Pamilienund
Viehsteuer sehr hoch: i. J. 1907 fast das Dreifache der staatlichen Grundund
Gebäudesteuer.
4 ) Die Auffassung von der reallastartigen Gestaltung u. a. bekämpft von
F. Flora, Manuale della scienza delle finanze, 1909, S. 330ff. Jedoch scheinen
uns seine Gründe nicht stichhaltig.