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Die vom Jahre 1868 ab eingetretene Ermäßigung der
Zeitnngsgebühr um die Hälfte für solche Zeitschriften, die
seltener als viermal im Monat erschienen, hat nicht in besonderem
Maße verändernd auf die Bezugspreise dieser Blätter
eingewirkt. Nur bei einem reichlichen Drittel der Zeitschriften
— 3F/o — ist nach der Neuordnung des Tarifs eine Verbilligung
eingetreten, die höchstens bis zu 1 l°/o betragen hat.
Bei mehr als der Hälfte der Zeitschriften — 58% — ist der
Preis unverändert geblieben. Augenscheinlich haben sich bei
der Preisgestaltung Rücksichten ans frühere Preise geltend
gemacht. Es wurde von den Verlegern nicht abgewogen,
welcher Preis unter Berücksichtigung der erfolgten Zeitungsgebühren-Ermäßigung
der eigentlich angemessenste sein müßte,
sondern es blieb der Preis bestehen, der „für dasselbe Objekt
früher gezahlt worden" war.') Das Trägheitsmoment, das
natürliche Beharrungsvermögen vorhandener Erscheinungen,
dessen Bedeutung darin besteht, „daß sich die Preise einer
bestimmten Warengattung nicht immer genau den jeweiligen
Besonderheiten anpassen, sondern trotz wechselnder Selbstkosten
für längere oder kürzere Zeiten nach einem gewissen Durchschnittssatze
berechnet werden"^), führte zu einem Festhalten an
den gewohnten Preisen. Der Profit an Zeitungsgebühr kann
auch in einem Unternehmergewinn aufgegangen oder der
Verbesserung des Objekts — der Zeitschriften — zu gute
gekommen fein 3 )
Auch bei dem Uebergang vom Tarif nach bent Einkaufspreis
der Zeitungen zu dem gemischten Tarif hat sich die
Erscheinung bemerkbar gemacht, daß die Ermäßigung der
Zeitungsgebühr im Durchschnitt keinen nennenswerten Einfluß
auf die Bezugspreise ausübte. Es äußerte sich dies namentlich
st Nenmann S. 256.
st »cm der Borght S. 138.
st Aehnlich war es, als im Jahre 1874 die Zeitnngs-Stempelsteilcrn
usw. wegfielen. „Obgleich gleichzeitig auch die Kautioiisleistung
der Verleger in Wegfall kam, so hatten doch diese Erleichterungen nicht,
wie vielfach erwartet worden war, eine allgemeinere Herabsetzung der
Zeitnngsprcise zur Folge. Zu letzteren ließ sich vielmehr nur eine sehr
geringe Anzahl von Verlegern herbei" (Archiv 1878 S. 268).