Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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den folgenden Jahren wurden die als Richtlinien aufgestellten Mindestsätze 
wesentlich überschritten. Zu den Sollzinsen (1 °/ 0 über Lombardsatz der 
Reichsbank) tritt eine Kreditprovision von */ 8 % für den Monat, ge- 
rechnet vom Höchstbetrag des jeweils im Monat in Anspruch genommenen Höchst 
kredits, und meist noch eine Umsatzprovision von etwa 1 / i %. 
c) Technik des KontokorrentverkehrsZ 
et) Allgemeines 
Wie schon erwähnt, erhält der Kunde von seiner Bankverbindung, in der 
Regel halbjährlich, einen Kontoauszug mit Zins- und Provisionsberech 
nung, ein Kontokorrent soonto eorrontv — laufende Rechnung)?). Es nimmt 
in der Regel einen Raum auf zwei sich gegenüberstehenden Seiten ein. 
Auf der linken )Soll- oder Debet») Seite werden die Posten notiert, 
die der Geschäftsfreund dem Kontokorrentgeber schuldet, für die er belastet 
worden ist. Rechts, auf die Haben- oder K r e d i t s e i t e, werden die 
Posten gebucht, die dem Geschäftsfreund gutgeschrieben, kreditiert sind. 
Wird die Debet- und die Kreditseite addiert und die kleinere Summe 
von der größeren abgezogen, so ergibt sich der Saldo (der Stand des 
Kontos), d. h. das Schuldverhältnis des Geschäftsfreundes zu dem, der das 
Kontokorrent erteilt. Wird das Kontokorrent abgeschlossen, so wird ein 
Debetsaldo auf der Kreditseite, ein Kreditsaldo auf der Debetseite ein 
gesetzt chgl. Beispiel S. 226/27), damit beide Seiten sich ausgleichen. 
8. E. & 0. unter dem abgeschlossenen Kontokorrent ist eine Abkürzung 
für „8alvo errore et omissione", d. h. eine irrtümliche Buchung oder das 
Auslassen eines Postens soll keiner Partei zum dauernden Nachteil ge 
reichen. Heute wird meist die deutsche Formel: „Irrtum vorbehalten" 
gebraucht. 
ß) Zinszahlen und Zinsberechnung im Kontokorrent 
Im kaufmännischen Verkehr werden die Zinsen (Zins abgeleitet von 
census = Abgabe) gewöhnlich nach Tagen berechnet, wobei in Deutschland 1 2 
1) S. W. Kalveram, Organisation und Technik des bankmäßigen Konto 
korrentgeschäftes. Stuttgart 1833. 
2) Die Banken und Bankfirmen, die ihr gesamtes Verrechnungswesen unter 
Zuhilfenahme von Maschinen und Apparaten (f. a. meine „Bankbuchhaltung") 
mechanisiert haben, senden ihren Kunden bei jeder Kontoveränderung, nötigen 
falls also täglich, einen Kontoauszug mit Angabe des Saldos.
	        
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