Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Die  Preußische  Staatsbank  hat  sich  mehr  und  mehr  zu  einer  Bank  der
Banken  entwickelt.  Für  den  Geldmarkt  hat  sie  große  Bedeutung  als
Geldausgleichs  st  elle.  Zu  diesem  Zweck  besitzt  sie  fünf  Vermittlungsstellen ­
  außerhalb  Berlins:  die  Frankfurter  Bank  in  Frankfurt  a.  M.,
den  Kölner  Kassenverein  AG.  in  Köln,  die  Sächsische  Staatsbank  in
Dresden,  die  Liquidations-Casse  in  Hamburg  und  —  da  ihr  Geschäftsbereich ­
  auf  Preußen  nicht  beschränkt  ist  —  die  Bayerische  Staatsbank  in
München.  Filialen  besitzt  die  Bank  nicht.
Auch  Privaten  eröffnet  die  Bank  laufende  Konten,  übernimmt  Wertpapiere ­
  zum  Ankauf  und  Verkauf  sowie  zur  Aufbewahrung  und  Verwaltung. ­
  Die  Anlage  von  Mündelgeld  und  die  Hinterlegung  von  Wertpapieren, ­
  die  zu  Mündelvermögen  gehören,  kann  nach  gesetzlichen  und
ministeriellen  Bestimmungen  bei  der  Preußischen  Staatsbank  erfolgen.
Bedeutend  ist  zeitweise  ihr  E  m  i  s  s  i  o  n  s  g  e  s  ch  ä  f  t.  Die  Bank  führt
Anleihegeschäfte  allein  oder  in  Verbindung  mit  anderen  Banken  durch  und
wirkt  auch  bei  einer  Anzahl  Börseneinführungen  mit.  Im  Zusammenhange
hiermit  stehen  die  Kursregulierung  am  Markt  für  festverzinsliche
Werte  und  ihre  Jnterventionstätigkeit.  Die  Bank  wirkt  mit  bei
der  Finanzierung  ländlicher  Siedlungen  und  vertritt  den
Staat  in  den  Aufsichtsräten  der  provinziellen  Siedlungsgesellschaften.  Die
„dauernde  Beteiligung  bei  anderen  Banken  und  Bankfirmen"
  ist  auf  2,7  Millionen  RM  zurückgegangen.
Die  Bilanz  für  1936  ergibt:  Kreditoren  919,5,  Debitoren  in  laufender  Rechnung ­
  111,2,  Wechsel  464,  Schatzwechsel  und  unverzinsliche  Schahanweisungen
286,7,  Eigene  Wertpapiere  53,9,  Nostroguthaben  bei  Banken  und  Bankfirmen  9,4,
Reports  und  Lombards  gegen  börsengängige  Wertpapiere  5,5  Millionen  RM.
2.  Bayerische  Staatsbank')
Im  Jahre  1780  wurde  als  fürstliche  Hofbank  des  Markgrafen  Karl
Alexander  zu  Brandenburg-Ansbach-Bayreuth  eine  Bank  in  Ansbach  gegründet. ­
  1792  ging  sie  auf  die  Krone  Preußen  über  und  erhielt  den  Namen
„Königlich  Preußische  Bank  in  Franken";  1795  wurde  sie
nach  Fürth  verlegt  und  in  Ansbach  ein  Zwischenbüro  errichtet.  Bei  der

i)  Schrifttum:  H.  Limburg,  Die  Königliche  Bank  zu  Nürnberg  in
ihrer  Entwicklung  1870—1900.  Leipzig  1908.  Die  Bayerische  Staatsbank
17gg—1930.  Denkschrift  zum  150jährigen  Jubiläum.  München  1930.
            
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