Es gibt keine Proportionalität zwischen der Produktion und der
Konsumtion oder zwischen den verschiedenen Zweigen der
Produktion. (In Klammem hinzugefügt: auch keine zwischen
den Personenelementen des Systems.) Deshalb ist es grundsätzlich
verfehlt, die Kategorien, Begriffe und Gesetze, die dem Zustand
des Gleichgewichts adäquat sind, auf die Uebergangsperiode
übertragen zu wollen. Darauf könnte man erwidern,
daß, insofern die Gesellschaft nicht untergegangen ist, ein Gleichgewicht
besteht. Eine solche Argumentation wäre jedoch
richtig, wenn der Zeitabschnitt, den wir betrachten, eine große
Länge darstellte. Außerhalb des Gleichgewichts kann die Gesellschaft
nicht lange leben und stirbt. Aber dieses selbe gesellschaftliche
System kann eine Zeitlang in „unnormalem“ Zustande,
d. h, außerhalb des Gleichgewichtszustandes, verharren.
In diesem Fall wird ein gewisses relatives Gleichgewicht (insofern
wir keine Kompensation außerhalb der Produktion haben,
was ja auf die Dauer auch nicht möglich ist) um den Preis einer
teilweisen Zerstörung des Systems selbst erkauft.
Auf diese Weise kann die allgemeine Charakteristik der
Veränderungen und Variationen in der Untersuchungsmethode
folgendermaßen ausgedrückt werden; in der Analyse der Uebcrgangsperiode
ist eine ganze Reihe methodologischer Vereinfachungen
unzulässig, die unter den Bedingungen eines festen
Produktionssystems durchaus zulässig und am Platze sind. Bei
Marx lautete die Fragestellung so: wie ist die Existenz einer
gegebenen Wirtschaftsform möglich und was sind die Gesetze
ihrer Entstehung, ihrer Entwicklung, ihres Verschwindens?
Die für die Uebergangsperiode veränderte Fragestellung
lautet; welche sind die materiellen Bedingungen der Existenz
der Gesellschaft im gegebenen Moment, wie lange kann sie
unter den gegebenen Bedingungen existieren; wie ist die Produk