}. Titel: Leihe. 8 606. — 5. Titel: Darlehen. Borbemerkungen. 967
8) Chende8hHalb geht beim Darlehen, nicht aber bei der Leihe, der VBertrags-
gegenitand in das Eigentum des Empfänger3 über; e8 {ft an
Jen Geber nicht gerade das Sachindividuum, fondern nur ein Yurantum
bon gleidher Art, Güte und Menge zurüczuerjtatten. 7
Aun8 leßterem Momente folgt dabei von jelbjt, daß DarlehHengegen-
Hand nur vertretbare Sachen fein Können, während Seihe au
an anderen Segenjtänden möglich it.
Wie beim vorigen Titel erwähnt, gehört zum Wejen de3 Leihvertrags
die Unentgeltlichteit der Hingabe zur Leihe; beim Darlehen fpielt diefes Moment
feine ent{Heidende Rolle, die Gewährung eines Darlehen3 kann entg eltlich
oder unentgeltlich (verzinslihH oder unverzinslih) jein.
Die Feftitelung des Kriterium® der Eigentumszübertragung
ift freilich oft zweifelhaft, insbe]. bet Hingabe von Wertpapieren, Bal. hiezu
RGE. Bd. 13 S. 128: „Ob im einzelnen Falle die Hingabe folder Pabiere
‘eihweife oder darkehHen 3 weife, aljo mit oder ohne den Willen der Eigen-
um8übertragung gefhehen jet, hängt von der Bereinbarung der Ber-
;ragfdliekenden ab. Dak bei InhHaberpapieren für lekteres und gegen
xritere8 eine Nedht8vermutung fireite, Iann nidht behauptet werden . .,
jaß die Papiere der Firma D. zu dem Zwede geliehen wurden, fie zu einer
Berpfändung zu benußen, fteht der Annahme eine8 Leihvertrag3 (nidt
zine8 Darlehen3) nicht entgegen.“ Val. auch Kuhlenbed in Zur. Wihr. 1904
5. 402, jowie ferner @Garei8, DaZ deutfhe HandelSredht, S. Aufl. 1909 S. 569 f-
2, Der GrundHarakter des DarlehHen3 ift der eines Vertragsverhältniffes
ywijcdhen dem Darlehenzgeber und DarlehHenZnehmer und zwar derjenige eineS Renlkontralts
in dem Sinne, daß das Schuldverhältnis dur den Akt fadliHer Hingabe
begründet wird. In diefer Weije Hat das BGB. den Begriff de8 RealkontraktZ in allgemeinen
und fpeziel in bezug auf daz Darlehen beibehalten, wie fi aus M, II, 305 Mar ergibt.
3 607 Inüpft auch die Redht8mwirkungen de3 Darlehens auZdrüclig an den Empfang de8
DarlehHenZgegenftande8. Dies {ft die Herrjchende Auffajfung (fo inZbef. Pland Borbem. NIT, 3,
Dertmann Borbent. 2, Crome S 247 Nr. 3, b, Dernburg S 234, I, Ennecceru3 S 362, Neumann
Bem. 2, Filher-Henle Bem. 3 zu 8 607, Goldmann-SLilienthal 8 166 Wr. 2, Ea-Leonhard,
Vorträge S. 506 ff., f. ferner Kuhlenbed in Jur. Widhr. 1904 S. 377 und RGE. in Wars
neyer Erg.-Bb. 1910 Nr. 191. Dagegen Hat Mohler zuerjt (vgl. rd. f. bürgerl. N. Bd. 2
S. 211 ferner Lehrb. Bd. II S. 339, jowie Arch. f. bülrgerl. N. Bd.°33 S. 1 ff.) den Stand-
bunkt vertreten und fejtgehalten, daß die Annahme eine8 allgemeinen Fonfjenjualen
Tharakter8 beim Darlehen (BereinbarungSdarlehen) allein der modernen BerkehHrSan]hauung ent»
'präce, Ahnlig ferner Zammfromm, Teilung, Darlehen S. 78 f., Hohenfiein, Darlehen S. 32,
Böhmer, Der Erfünlungswile S. 26 ff., außerdem inZbef. Zübbert in Fhering3 Jahrb. Bd. 52
S, 513, der da3 Darlehen in den zweijeitigen Kreditvertrag einreihen will, wider ihn NRegel8=
berger ebenda S. 411, fowie Hüniger im Arch. f. hürgerl. R. Bd. 33 S. 278, Bum Vereins
barungsdarlehHen. Jr übrigen hat ber Streit hraftiih nur geringe Bedeutung (val. Reael8-
berger a. a. De
Der DarlehHenZvertrag ift johin der Regel nad aud) bei Berzinslichteit a3 einfeitiger
Bertrag aufzufajfjen (übereinjfimmend Dertmann in VBorbem. 5 vor S& 607, Endemann I 8 184,
Soja I 8 142 Nr. IM, Crome, Partiartide RechtSgejchäfte S. 368 und Syjtem S. 596;
dagegen Kohler, Arch. f, bürgerl. N. Bd. 2 S. 211 und Lehrbugd II S. 339 und Sammfromm
a. a D.; desSgleihen tritt Affolter im Arc. f. bürgerl. RN. Bd. 26 (1905) S. 1 ff. für die
Natur des verzinZliden Darlehens al8 eines zweifeitigen Vertrags ein, Hauptfächlich
mit der Motivierung, daß aud den Darlehensgeber bei Rücempfang de3 Darlehen8 eine
yewifje Mitwirkungspflicht treffe; braktijd wichtig i{t diefe Streitfrage bezüglih des RMücktritts,
dgl. Bem, V,1,i zu 8 607, Unter Umftänden kann jedoch daz Darlehen verjpreden
auch al8 zweifeitiger Vertrag aufzufafien jein, inZbeiondere in Fällen, menn die Gewährung
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