Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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Zusammenbruch  unseres  Wirtschaftssystems  nicht  in  Anspruch  genommen
werden.  Das  bare  Geld  kann  auch  nicht  zu  heftig  entzogen  werden,
denn  es  ist  als  Blut  des  Wirtschaftskörpers  unentbehrlich.  Immerhin
ist  hier  eine  mäßige  Beschlagnahme  möglich,  da  es  ja  dem  Wirtschaftskörper ­
  sofort  durch  die  laufenden  Staatszahlungen  wieder  zugeführt
wird.  Das  gleiche  gilt  für  Wertpapiere,  die  zur  Zahlung  größerer
Staatsausgaben  benutzt  werden  können.  Hieraus  ergibt  sich,  daß  nur
der  Teil  des  Volksvermögens  durch  eine  Konfiskationssteuer  erfaßt
werden  kaun,  der  im  Sinne  des  Zahlungsverkehrs  beweglich  ist  und
somit  fiüssiges  Kapital  darstellt,  also  Papiernoten  und  Wertpapiere.
Das  aber  ist  nur  ein  kleiner  Teil  des  gesamten  Volksvermögens,
denn  den  weitaus  größten  Teil  haben  die  Volksmitglieder  als  sachlichen ­
  Besitz,  ohne  daß  er  in  Form  von  Wertpapieren  eingefangen  ist.
Wir  haben  also  erstens  die  Tatsache  ermittelt,  daß  unser
gegenwärtiges  Steuersystem  nicht  ergiebig  genug  ist,  und  zweitens
auch  die  Gründe  dafür,  warum  es  so  ist,  und  bei  der  Verkehrtheit
des  Systems  so  sein  muß.  Das  legt  den  Gedanken  nahe,  auf  den
auch  die  Regierung  gekommen  ist  und  den  sie  jetzt  ausgestalten  will,
das  gegenwärtige  Steuersystem  zu  größerer  Ergiebigkeit  zu  bringen.
Ein  gutes  Steuerwesen  muß  —  das  ist  der  zweite  steuerliche  Grundsatz ­
  der  Finanzwirtschaft  —  hierzu  ohne  Schwierigkeit  gebracht  werden
können.  Wie  steht  es  nun  betreffs  dieses  Punktes  mit  unserm  derzeitigen ­
  Steuerwesen?  Hier  muß  festgestellt  werden,  daß  auch  hierin
unser  geltendes  Steuerwesen  versagt;  man  denke  sich  z.  B.  die  praktische
Durchführung  des  an  sich  ja  naheliegenden  Gedankens,  die  Steuersätze
allgemein  und  gleichmäßig  zu  erhöhen.  Ungeahnte  Wirtschaftskämpfe
und  wahrscheinlich  die  völlige  Zerrüttung  unseres  Wirtschaftslebens
würden  die  Folge  sein.  Mit  einer  einfachen  Erhöhung  der  Ausgestaltung ­
  des  gegenwärtigen  Steuerwesens  ist  es  also  nichts,  dazu
verstößt  dieses,  wie  dargelegt,  zu  sehr  gegen  die  steuerlichen  Grundsätze ­
  der  Gerechtigkeit,  der  Volkswirtschaft  und,  was  praktisch  zunächst
ins  Gewicht  fällt,  der  Finanzwirtschast.
3.  Teil.
Das  neue  System.
Gegenüber  diesen  offenbaren  Mängeln  der  gegenwärtigen  Steuermethoden ­
  glaube  ich  einen  Vorschlag  machen  zu  können,  der  zwar  in
die  Entwicklung  des  Steuerwesens  eine  radikale  Umwälzung  bringen
            
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