Der Zollschutz erhöht das Preisniveau tatsächlich nur schein—
bar, denn der Konsument muß sich darüber klar sein, daß die
Preise stets durch die Auswirkung von Angebot und Nachfrage
gebildet werden. Wenn aber die Produktion wegen Unrentabili⸗
lät und Verlusten nicht mehr möglich ist, so fällt die Erzeugung
im ganzen; dann kritt das ein, wäs Geheimral Sering, wie vorn
ausgefuhrt, zur Grundlage seiner Deduklionen macht, nämlich:
nicht nur Verringerung der sichlbaren Anbaufläche, sondern —
und das ist viel entscheidender —
Zu 2. Zurückgeben der Intensität ohne Zollschutz.
Die Zölle haben tatsächlich nicht verteuernd, sondern sogar
Wenidend gewirkt. Es betrugen die Preise für Getreide im
ahre
1880 für Weizen 218 AM 1913 199 Al
1880 für Roggen 188 A 1913 164 A
Die Produktionssteigerung der Welt, im besonderen Deutschlands,
das im Durchschnitt einen verständigen e genoß, erhöhte
die Produktion und senkte dadurch die Preise allgemein.
Seit dem Jahre 1880 stieg die Produktion um fast das Dop⸗
pelte. So muß die Frage gestellt werden:
wie hoch wären die Preise gewesen, wenn die seit dem
JZahre 1880 gesteigerle Produktlion bei der in der Weli
um 40 Prozent, in Deulschland um 50 Prozeni gestie⸗
gene Bevölkerungsziffer nicht eingetreten wäre, das
heifzt, wenn zur Ernährung Deutschlands eine Mehr⸗
einsuhr an Hauptnahrungsmilteln vorhanden gewesen
wäre von
324 Millionen Tonnen Getreide,
3d4 Kartoffeln,
—1 * Fleisch,
2 * * Zucker usw.
Was aber wäre in dem Deutschland aufgezwungenen Krieg aus
dem deutschen Volke geworden? Wie hoch aber würden die Preise
heute sein, wenn bei den von Geheimrat Sering angenommenen
Fehlmengen Deutschland diese Fehlmengen auch noch aus dem
Weltmarit herausgenommen haͤtte? Würden dann die Preise
nicht noch viel höher, vielleicht um ein Vielfaches höher stehen?
Wos bedeutet gegen diese Versicherung der geringe vorgesehene
Ausgleichszoll?
Um seine Produkte zu schützen, erhöhte Amerika sofort seine
Zölle auf Getreide, als das billiger produzierende Kanada in
Konkurrenz trat.
Zu 3. Die Preisschere bestehl weiter.
Ohne weiteres wird zugegeben, daß sich das Preisverhältnis
im Laufe des letzten Jahres zugunsten der Landwirtschaft ge—
bessert hat. Die Zahl von 96 Proz. mag als zutreffend anerkannt
werden. Die Vergleichsbasis gegen einst hat sich aber vollkommen
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