wirlschaft verbunden ist. Seine erhöhte Anwendung ist auch au
seinen billigen Preis zurückzuführen, da er allein von allen kand
wirtschaftlichen Betriebsmitteln auf dem Vorkriegsstande steht.
Die Stidstoffanwendung braucht nicht mehr wie in den lehten
drei Jahren verdoppeli zu werden, sondern es genügt eine 50
prozentige Steigerung gegenüber der Menge von 1924, um die
deulsche Bevölkerung mit den Hauptlebensmitkel versorgen und
damit die Einfuhr von Lebensmitein aller Art zwar nicht völlig
erübrigen, aber in stärkstem Maße vermindern und dadurch „De
visen sparen zu können“. der Fruchtstand dieses Jahres Follte
jedent Unvoreingenommenen vor Augen führen, wie die Land—
wirtschaft gearbeitet und wie sie sich durch Selbsthilfe vorwäris
gebracht hat. Und zu all dem hat sie seibst die Mittel heran
geschafft, indem sie nach dem völligen Währungszusammenbruch
die Rentenbank schuf uñd zu ihr 33 beilrug. Waͤre in Deutsch⸗
land alles so glänzend geglückt wie das Hilfswerk der Landwiri—
schaft, dann stande es in Deulschland heule wahrlich besser.
Hier sei anschließend gesagt, daß die Selbsternährung viel—
leicht schon in diesem Jahre in einem viel größeren Maße möglich
sein wird als im vergangenen.
Zu 6. Der geringen apitalentschuldung steht eine erhöhte Be⸗
lastung durch Zinsen und Steuern gegenüber.
Eine Entschuldung ist nicht eingetreten, im Gegenteil, die
Zinslasten sind heute wenigftens ebenso hoch, wie sie einst gewesen
sind. Hinzu kommt die Belastung durch Mehrsteuern. Dafür
folgende Zahlen:
Die Landwirtschaft war im Frieden mit 16 Milliarden Real—
kredit verschuldet. Nach den bisher vorliegenden Beschlüssen soll
die Landwirtschaft aufwerten:
Restkaufgelder mit 75 bis 100 Prozent; reine Hypotheken mit
25 Prozent, rückwirkend bis Juni 1922. Entgegen allen Be—
hauptungen hat die Landwirtschaft während und nach dem Kriege
die Hypothekenschulden nicht in starkem Maße zurückgezahlt. Wo—
her sollte ein Landwirt, der die Zwangswirischaftsgeseze befolgte,
die Gelder nehmen? Sehr wohl mögen solche Landwirte, die fich
nicht nach den Gesetzen richteten, Hnpotheken abgestoßen haben.
Sehr viele Landwirie aber waren gezwungen, sich mit Roggen-
pfandbriefen neu zu verschulden, um die Verluste durch die
Zwangswirtschaft decken zu könen. Für alle diese Vorgänge
fehlen genaue Statistiken, Es mag entgegenkommend ange—
nommen werden, daß der Hypotheken vor 1922 zurückgezahlt
sein mögen. Es verbleiben also 12 Milliarden. Von diesen 12
Milliarden soll nur 5 als Restkaufgelder — 4 Milliarden Marf
in Betracht kommen.
Bei 80 bis 100 Prozent Aufwertung — 3,5 Milliarden
Rest 8 Milliarden Hypotheken
aufgewertet zu 25 Prozent — 2,0
Sa. 8.5 Misarden
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