fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Hornblende 
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Hühnereier 
für gewisse Zwecke durch eine besondere Be 
handlung mit Öl durchscheinend gemacht. Sch ieß 
lieh wird die Hornmasse auch verschiedentlich 
gefärbt und gebeizt und namentlich durch Er 
zeugung einer gefleckten Färbung zu, Schildkrot 
gestempelt. — Hufe lassen sich wie Horn ver 
arbeiten und werden besonders in Knopffabriken 
durch Kochen erweicht, in Scheiben geschnitten 
und durch Pressen geformt. — Hornspäne und 
andere Abfälle dienen zur Darstellung von Tier 
kohle, Blutlaugensalz u. dgl. sowie zum Ver- 
stählen von Eisen und als Düngemittel. Unter 
Umständen werden sie aber auch durch heiße 
Pressung noch zu Dosen, Knöpfen u. dgl. ver 
arbeitet. — Die Ochsenhörner, die in Deutsch 
land selbst in großer Menge gewonnen werden, 
bilden eine geringere Ware, von der nur die 
Spitzen zu Hornarbeiten verwertet werden, hin 
gegen kommen sehr viele und gute H. von den 
Ebenen Südamerikas über Buenos Aires, Rio 
de Janeiro usw. in den Handel, und auch Irland, 
Rußland, die Schweiz, Spanien und Portugal lie 
fern verschiedene Arten brauchbarer H. Das 
Ochsenhorn zeigt eine glatte Oberfläche und 
wechselnd graue, bräunliche oder weiße Farbe. 
Besonders hell sind die fast bis zur Spitze 
hohlen irischen H., die bei der Bearbeitung sehr 
durchsichtig und daher für Plattenarbeit ge 
schätzt werden. — Kuhhörner haben meist ge 
ringeren Wert. — Die besonders großen amerika 
nischen Bisonhörner, die immer seltener wer 
den, sind von der Spi.ze zu einem Drittel schwarz, 
im übrigen weiß gefärbt, besitzen ei.ie sehr feste 
durchscheinende Masse und nehmen eine schöne 
Beize an. — Büffelhörner, die in besonders 
schönen Stücken aus Kleinasien und Indien, 
aber auch aus Ungarn, der Walachei, Italien 
und Spanien kommen, haben eine gedrückte, 
fast dreikantige Form und eine dunkelbraune 
oder schwärzliche Farbe. Wegen ihrer festeren, 
feineren Masse und ihrer großen Politurfähig- 
keit werden sie höher als Ochsenhorn geschätzt. 
— Ziegen- und Widderhörner finden eben 
falls Verwendung, besonders als Laternenhorn, 
— Die hübschen schwarzen hakenförmigen Gems- 
hörner sind beliebt für Stockkrücken, zu Spit 
zen, Stiefelhaken u. dgl. — Die Hörner vom Gnu 
und anderen Antilopen, vom Rhinozeros, Remi 
tier usw. haben für unseren Markt keine Be 
deutung. 
Hornblende, ein außerordentlich weit ver 
breitetes Mineral, das einen regelmäßigen Ge 
mengteil zahlreicher Massengesteine (Syenit, Tra 
chyt usw.) sowie von Gneis und Hornblende 
schiefer ausmacht, auch selbst gesteinsbildend 
als Hornblendefels auftritt, besteht im wesent 
lichen aus einem Kalzium-Magnesiumsilikat, 
welches gewöhnlich Eisen und Tonerde enthält. 
Von den vielen Arten der H.; Grammatit, 
Aktinolith (Strahlstein) usw., findet beson 
ders der Asbest (s. d.) technische Anwendung. 
Hubertus-Sprudel in Hönningen enthältnach 
der Analyse von R. und H. Fresenius (1899) in 
1000 Gewichtsteilen: Bikarbonate des Natriums 
2,3129 g, Lithiums 0,0074 g, Ammöniums o.cotög, 
Kalziums 0,7912 g, Bariums 0,0003 g, Stron 
tiums 0,0051 g, Magnesiums 1,2088 g, Eisenoxy 
duls 0,0211 g, Manganoxyduis 0,0007 g, Natrium 
chlorid 1,3731g, Natriumbromid o,ooi6g, Na 
triumjodid Spur, Sulfate des Kaliums 0,1377 g, 
Natriums 0,2045 g, arsensaures Natrium 0,0015 g. 
Natriumphosphat 0,0009 g. Natriumnitrat 0,0115 g. 
Natriumborat 0,0010 g, Kieselsäure 0,0179 g, freie 
Kohlensäure 0,8707 g. 
Huflattich (lat. Folia farfarae, Herba farfarae, 
frz. Feuilles de tussilage, engl. Cohsfoot leaves)- 
Die getrockneten Blätter der ausdauernden, in 
ganz Europa auf tonigem, aber kalkhaltigem Bo 
den wachsenden Komposite Tussilago far- 
fara mit niedrigem, weißfilzigem Stengel und 
gelber vor den Blättern erscheinender Blüte be 
sitzen eine rundlich herzförmige Gestalt, eine 
schwach glänzende grüne Oberseite und weiß- 
filzige Unterseite. Wegen ihres bitter zusammen 
ziehenden, schleimigen Geschmacks bilden sie 
einen Bestandteil des Brusttees. Auch die Huf 
lattichblüten (lat. Flores farfarae, frz. Fleurs 
de tussilage, engl. Coltsfoot flowers) werden 
als Tee benutzt. Die verwandte Pflanze Tussi 
lago Petasites, großer Huflattich, Pestwurz, 
mit bedeutend größeren, nierenförmigen Blättern 
und purpurfarbigen Blüten dient bisweilen zum 
Verfälschen. 
Hühnereier (lat. Ova gaüinacea, frz. Oeufs de 
poule, engl. Pullet eggs), die als Nahrungsmittel 
in erster Linie in Betracht kommende Sorte 
Vogeleier, haben ein mittleres Gewicht von 53 g 
(mit Schwankungen von 30—72 g), von denen 
6 g auf die Schale, 31 g auf das Eiweiß und 16g 
auf den Dotter entfallen. Die Schale besteht 
aus ziemlich reinem Kalziumkarbonat mit gerin 
gen Beimengungen von Phosphorsäure und Mag 
nesia. Das Eiweiß enthält neben viel Wasser 
85 c/o) fast nur Albumin. Hingegen bildet der 
Dotter ein Gemisch der verschiedenartigsten 
Verbindungen, aus denen sich der Organismus 
des jungen Tieres aufbaut.- Die etwa i6°/o aus- 
machende Stickstoffsubs'.anz s tzt sich der Haupt- 
menge nach aus einer besonderen Eiweißart, Vi 
tellin, zusammen, neben der nur geringe An 
teile Albumin und Nuklein auftreten. Daneben 
finden sich die wichtigen Stoffe Lezithin (Pro 
tagon), Zerebrin und Glyzerinphosphor 
säure, die auch im Gehirn Vorkommen, und 
schließlich enthält das Eigelb noch ein charakte 
ristisches Fett, ferner Cholesterin und Farb 
stoff (Lutein). Der Gesamtnährstoffgehalt eines, 
Eies beträgt rund 6°/o Sti :kstoffsubstanz und 6 °/o 
Fett. Er ist also ziemlich beträchtlich, aber 
keineswegs so hoch, daß die oft gehörte An 
sicht, „ein Ei ist soviel wert wie V2 Pfd. Fleisch” 
richtig wäre. Vielmehr entspricht der Nähr 
stoffgehalt eines Eies nur demjenigen von Vs 
Fleisch. Ebenso unbegründet ist die Behaup 
tung, daß rohe Eier leichter verdaulich seien 
als gekochte. Tatsächlich werden letztere, ge 
nügende Zerkauung vorausgesetzt, ebenso leicht 
und vollständig resorbiert. Das Haupterfordernis 
für die Gebrauchsfähigkeit der Eier ist ihre un 
verdorbene Beschaffenheit, d. h. sie dürfen weder 
angebrütet, noch sich im Zustande sonstiger 
Zersetzung (Fäulnis) befinden. Zur Prüfung der 
Eier bedient man sich des Eierspiegels, dessen 
Anwendung auf der Tatsache beruht, daß frische 
Eier in der Mitte durchscheinend sind und ai» 
breiten Ende noch keinen Hohlraum besitzen. 
Ferner senkt man die Eier in to°/oige Koch 
salzlösung, in der alte Eier schwimmen, oder
	        
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