folgendermaßen beschrieben: „Er war klein und gedrungen
und hatte unregelmäßige, abstoßende Gesichtszüge, die
durch seine buschigen Brauen und sein einsames Auge bei-
nahe häßlich anmuteten. Er war kühl und zurückhaltend
und unbeliebt bei seinen Nachbarn, von denen die meisten
vor ihm Angst hatten.“
Während der britischen Besetzung Philadelphias wurde
er von den Aufständischen des frechsten Doppelspiels an-
geklagt, indem er einerseits behauptete, Patriot zu sein,
und den Kolonien den Eid der Änhänglichkeit leistete,
und anderseits heimlich mit England Handel trieb.
Keiner von seinen Biographen bestreitet das. Während
von den andern Kaufleuten einer nach dem andern durch
die Blockade kaputt ging, machte Girard immerfort Geld.
Um 1780 war er wieder Reeder und schickte seine Schiffe
zwischen den amerikanischen Häfen und New Orleans und
San Domingo umher; seine Einnahmen stammten, wie man
sagt, nicht zum letzten aus Sklavenhandel.
Wie er seine Schiffe baute
Ein unruhiges Kompaniegeschäft mit seinem Bruder,
Kapitän Jean Girard, dauerte nur kurze Zeit; die Brüder
konnten sich nicht verständigen. Als sie sich 1790 aus-
einandersetzten, belief sich der Anteil Girards auf 30 000
Dollar. Den größten Coup machte er einige Jahre später
bei Gelegenheit des Negeraufstandes in San Domingo gegen
die Franzosen. Damals hatte er zwei Schiffe in einem
Hafen der Insel liegen. Bei den ersten Anzeichen der Ge-
fahr brachten mehrere Pflanzer ihre Habseligkeiten auf diese
Schiffe und kehrten noch einmal zu ihren Wohnhäusern
zurück, um auch das übrige zu holen. Sie kamen aber nicht
wieder, offenbar, weil sie der Wut der Aufständischen zum
Opfer gefallen waren. Die Schiffe gingen nach Philadelphia,
und Girard annoncierte andauernd, die Eigentümer der
Sachen möchten sich melden. Als sich aber niemand mel-
dete, verkaufte er die Waren und legte das Geld, 50 000 Dol-
lar, auf sein eigenes Bankkonto. „Das“, so sagt Houghton,
„War eine große Hilfe für ihn, und im nächsten Jahre fing