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Anhang.
im Jahr $86 mm Regen (der Hauptniederschlag erfolgt im September:
211°6 mm, der geringste im Februar 3‘8). Landeinwärts und nach Süden
hin nimmt der Regenfall zu: Hecelchacan (20° 30’: 1180 mm), Ciudad del
Sarmen (18° 38’ n. Br.: 1465 mm). Im südlichen Teil des Staates gibt es
ausdauernde Flüsse, die in die große Laguna de Terminos münden. Der
nördliche Teil ist Karstgebiet, in dem oberirdische Flüsse fehlen, aber
Höhlen (Cenotes) Zugang zu unterirdischen Flüssen gestatten; in der
Regenzeit bilden sich in den Geländevertiefungen seichte zeitliche Seen
‚Aguadas, in Maya: Ak’alch6). In den trockeneren Landesteilen überwiegen
Strauchsteppen und Trockenwälder, in den feuchteren Urwälder,
Bergbau kann es wegen Mangel an Mineralschätzen nicht geben.
Aber Seesalzgewinnung.
In den Wäldern werden Möbel- und. Farbhölzer (Mahagoni und
Zedernholz sowie Blauholz „Campeche‘“) geschlagen und. von Zapote-
däumen der Milchsaft gewonnen, der zu „Chicle“, das ist Kaugummi,
gerinnt. Gering ist hier wie in den andern mexicanischen Staaten das
Ergebnis der Jagd: Rehe, Wildschweine, Tapire, Goldhasen u. a.
Der private Landbesitz verteilte sich 1910 auf 297 Eigentümer,
während 977% der ländlichen Familienhäupter besitzlos waren. 1915 bis
1923 wurden allen 8 Gemeinden Ejidos zugesprochen.
Der Ackerbau bringt die tropischen Feldfrüchte hervor, wichtig ist
der Anbau von Sisalhanf (Henequen) und Zuckerrohr. Der Viehstand
zählte 1924: 10.426 Rinder, 3570 Pferde, 2225 Maultiere, 2415 Schweine,
316 Schafe, 566 Ziegen.
Die Industrie weist außer den Aufbereitungsanstalten für Zucker-
rohr und Henequen nichts Nennenswertes auf. Heimarbeit: Hängematten,
Palmhüte, Schildpattarbeiten.
Ausfuhr: jährlich 25.000——30.000 Ballen (zu 170 kg) Sisalhanf und
30.000—40.000 spanische Zentner (zu 46 kg), Chiele. Außerdem Kokosnüsse,
Blauholz, Möbelhölzer.,
Eine Bahn führt von Campeche nach Merida. Die beiden Haupthäfen
des Staates sind die Hauptstadt gleichen Namens (1540 gegründet, 1921:
17.400 Einwohner) und El Carmen (ca. 6000 Einwohner) am Ausgang der
Laguna di Terminos und gegenüber der Mündung eines schiffbaren Arms
‚„Palisada‘“) des Rio Usumaecinta, von wo Möbel- und Farbhölzer aus
Guatemala und Tabasco gebracht werden.
Der Staat Chiapas grenzt im Süden an den Stillen Ozean, im
Norden an den Staat Tabasco, im Osten an Guatemala. Er umfaßt
17.415 km? mit (1921) 422.683 Einwohnern (568 pro km”). Es ist ein sehr
zebirgiges Gebiet, dessen höchste Erhebung, der Vulkan Tacanä auf der
Cuatemalagrenze, 4060 m hoch ist. Die Sierra Madre im Süden überragt
3000 m noch erheblich, die Grabensenke des Rio Chiapas senkt sich von
ca. 1100 m im Osten zu ca. 500m im Westen. Weiter nördlich steigt das
Gelände stufenweise nochmals zu ansehnlichen Höhen auf, um dann steil