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Eisenerzbergbau. Geologisches. Die Eisenerzlager
stätten Russisch-Polens sind von sehr erheblicher Bedeutung.
Am verbreitetsten sind die Raseneisenerze. Sie
treten nahe der Erdoberfläche in verhältnismäßig geringer
Mächtigkeit an zahlreichen Punkten auf und haben häufig eine
große flächenhafte Ausdehnung. Bergmännisch sind sie stets leicht
abzubauen. Vorkommen von Raseneisenerzen sind besonders in
den Gouvernements Warschau und Kalisch zwischen Lenczyca und
Warschau, dann südlich von Kalisch, in der Umgegend von Last,
im Gouvernement Petrikau und in der Umgegend von Radom
nachgewiesen. Die Raseneisenerze dienen und zwar zum Teil in
umfangreicher Weise als Zuschlagsmaterial zu den übrigen Eisen
erzen.
Im Kreise B e n d z i n komnien Eisenerze in Triasschichten
und zwar im Muschelkalk und iin Keuper als Brauneisen
erze vor. In ihrer Zusammensetzung und in ihrem Auftreten
gleichen sie völlig den Erzen des oberschlesischen Jndustriebezirks
in der Gegend von Tarnowitz und Beuthen. Der im Muschel
kalk vorhandene Vorrat an Brauneisenerzen darf als sehr be
deutend angenommen werden.
Große Wichtigkeit kommt den T o n e i s en erz l a g er
st ä t t e n der Juraformation in den Kreisen W i e l u n und
C z e n st o ch a u zu. Diese Erze treten hauptsächlich an dein
Westrande des Höhenzuges auf, der sich von Wielun über Czen-
stochau in südöstlicher Richtung bis in die Gegend von Olkusz
erstreckt. Die Erze sind Toneisensteine, die die Schichten des
braunen Jura in zahlreichen Bänken von allerdings meist nur
geringer Mächtigkeit durchsetzen. Da sie in geringer Tiefe auf
treten, sind sie leicht zu gewinnen. Alsdann ist zu beachten, daß
diese Erze den oberschlesischen Eisenhütten verhältnismäßig nahe
liegen. Zur Zeit wird das Vorkommen durch eine Anzahl Gruben,
die den Eisenhütten des polnischen Jndustriebezirks gehören, aus
gebeutet. Die jährliche Förderung beträgt etwa 300 000 Tonnen.
Der vorhandene Erzvorrat ist, wie viele Untersuchungen ergeben
haben, ein ganz bedeutender. Daß die Förderung zur Zeit noch
nicht erheblich ist, ist darauf zurückzuführen, daß die polnischen
Eisenhütten kein Interesse daran hatten, die Förderung über
ihren eigenen Bedarf hinaus zu steigern. Eine Ausfuhr nach
Oberschlesien war infolge des Ausfuhrverbots der russischen Re
gierung nicht möglich.