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•4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
1841: 76.9 Prozent
1871: 56,8
1913: 69,1
Die indirekten Steuern haben also stets den größeren Teil
der Steuereinnahme geliefert, doch hat dieses Verhältnis in der
zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts wesentlich abgenommen, um
erst in den letzten Jahren wieder zu steigen.
II. Abschnitt.
Ertragssteuern.
1. Mit der Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse, mit der
fortschreitenden Verwendung des Vermögens zu produktiven Zwecken,
werden sicherere Grundlagen für die Besteuerung gesucht; zu diesen
gehört der wirtschaftliche Ertrag der Vermögensgegenstände. Die
Steuern werden zu Ertragssteuern, deren Kriterion darin besteht,
daß die Festsetzung der Steuerschuld auf Grund des jährlichen
Ertrages des Steuerobjektes geschieht. In ihrer primitiven Form
sind die Eltragssteuern Bohertragssteuern, während im Verlaufe
der weiteren Entwicklung die Besteuerung des Reinertrages in den
Vordergrund tritt. Die Ertragsbesteuerung bezeichnet jedenfalls
einen höheren Typus der Besteuerung. Zu ihren Vorteilen gehören
namentlich folgende: a) Billigkeit und Sicherheit der Festsetzung
der Steuerpflicht, sobald die nötigen Daten vorhanden sind; die
Steuerumlegung erleichtert auch der Umstand, daß dieselbe nicht auf
Grund der tatsächlichen, sondern bloß der durchschnittlichen Daten
erfolgt, b) Mit dem vorangehenden Umstande hängt zusammen, daß
bei den Ertragssteuem die Steuersubjekte von belästigenden Be
kenntnissen verschont bleiben , ebenso von der inquisitorischen
Nachforschung nach den individuellen Verhältnissen; c) in der Regel
ist die Steuereinhebung nicht schwierig, da bei der Beständigkeit
der Steuerleistung das Individuum die Steuer gewohnt ist, häufig von
dem Werte des Steuer Objektes bereits in Abzug brachte oder in
dem geringeren Kaufpreis amortisierte resp. dieselbe als Reallast
betrachtet; d) als Vorteil der Ertragssteuer wird oft auch der Um
stand betrachtet, daß nicht bloß die wirkliche Produktivität, sondern-
auch die Produktionsfähigkeit besteuert wird. Doch ist dies kaum
als Vorteil zu bezeichnen. Denn wenn Produktionsquellen nicht