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Als Beispiel sei die ausgedehnte Anwendung dieser Betrachtungs-
weise beim Exponentialgesetz erwähnt (vgl. $ 112f. und Fig. 4).
Indem unter Anwendung dieses Gesetzes die Wahrscheinlichkeit dafür,
daß ein Resultat zwischen gegebene Grenzen (x, und x,) fiel, be-
rechnet wurde, erzielten wir eine außerordentliche Einfachheit und
Leichtigkeit der Behandlung, die gesuchte Wahrscheinlichkeit als
diejenige Fläche veranschaulichend, welche durch die x, und x, ent-
sprechenden Ordinaten, die Abszissenachse und die Exponentialkurve
begrenzt wurde.
Ganz analog kann man sich jede Verteilungskurve mit größerer
oder kleinerer Annäherung durch eine Kurve (eine Verteilungs- oder
Frequenzkurve) wiedergegeben denken, auch wenn die Verteilung
nicht exponentiell ist. Bedingung hierfür ist allerdings, daß das
Kennzeichen, nach welchem die Einheiten verteilt gedacht sind, durch
Zahlen ausgedrückt werden kann, die alle möglichen Werte ent-
weder innerhalb eines endlichen Intervalles oder eines Intervalles von
unbegrenzter Größe annehmen können, also Kennzeichen der oben
($ 55) als kontinuierlich bezeichneten Art (Alter, Körpergröße, Ein-
kommen usw.). Wie gesagt, ist die Grenze zwischen Kennzeichen
mit dieser Eigenschaft und anderen Kennzeichen jedoch bei weitem
nicht scharf, und gerade die Anwendung des Exponentialgesetzes auf
die Glückspielerfahrungen bietet ein Beispiel dafür, wie die Ver-
teilungen, welche Ergebnisse (Kennzeichen) betreffen, die in Wirklich-
keit nur durch ganze Zahlen beschrieben werden, durch geeignete
Umschreibung (Umtausch der Ordinaten gegen Flächen; vgl. Fig. 4)
als Verteilungen nach kontinuierlichen Kennzeichen behandelt werden
können. Weiter unten wird gezeigt, wie sich eine Kurve von dieser
Eigenschaft konstruieren (zeichnen) läßt. Dagegen können Verteilungen
nach Kennzeichen wie Geschlecht, Zivilstand, Beruf usw., denen
kein zahlenmäßiger Ausdruck verliehen werden kann, auch nicht
mittels einer Verteilungskurve wiedergegeben werden.
236, Diese Betrachtungsweise findet auch in anderen Ver-
bindungen Anwendung. Denkt man sich z. B. eine Kurve, welche
die Art und Weise, in der sich die Größe einer Bevölkerung (Be-
völkerungsgruppe) von einem Zeitpunkt (t,) zum andern (t,) ver-
ändert (wächst oder abnimmt), so wird die durch die Abszissen-
achse, die Kurve und die den beiden Zeiten t, und t, entsprechenden
Ordinaten begrenzte Fläche die Summe der von den einzelnen In-
dividuen der Bevölkerung von t, bis t, durchlebten Zeiten darstellen,
eine Zahl, deren man oft in der Statistik bedarf. Wenn in der Zeit