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deutung für die Wirtschaftspolitik erkannt”. „Die große theo-
retische Bedeutung Lists kann nur verstanden werden auf Grund
seiner noch viel größeren praktischen Bedeutung. Für eine Menge
der wichtigsten praktischen Wirtschaftsfragen unserer Zeit ist
List geradezu Prophet.“
Die allzu scharfe Kritik Dührings in Bezug auf Roschers Ge-
schichte der Nationalökonomie scheint uns daher nicht berechtigt.
Dührings Kritik ist offenbar nicht nur gegen die nationalökono-
mische Methode Roschers, den Historismus, sondern auch gegen
seine Person gerichtet.
Ss 2.
Die zweite Gruppe von Kritiken wird uns vom wissenschaft-
lichen Standtpunkte aus sehr viel mehr zu bieten haben, wenn
sie sich auch nur mit einzelnen Problemen der Listschen Theorie
eingehend beschäftigt. Vier Argumente, .die die Kritiken der
zweiten Gruppe enthalten, erscheinen uns vor allem beachtenswert.
1) Der Einwand: List habe die Wechselwirkung des Produk-
tionsprozesses übersehen, und Ursache und Wirkung von einander
getrennt.
2) List habe die Ursachen des Reichtums mit dem Reichtum
selbst verwechselt.
3) List habe das Problem der Einkommensverteilung zu Gunsten
des Produktionsproblems vernachlässigt.
4) List habe sich einer unklaren Terminologie in seiner Theorie
der produktiven Kräfte bedient.
Das erste Argument finden wir in Kautz?, „Geschichte der
Nationalökonomik“ und in Hildebrands „Geschichte der National-
Ökonomie der Gegenwart und Zukunft“. ,
Die praktische Wirtschaftspolitik und der zum Teil geschicht-
liche Ausbau des Listschen Systems bilden für Kautz die Grund-
lagen zu seinem Werturteil über List. Den Schöpfer der Lehre
von den produktiven Kräften hat er jedoch nicht zu würdigen
gewußt.
„Gleich mechanisch und äußerlich, sagt Kautz, ‘ist Lists Theorie
der Produktivkräfte im Gegensatz zu den Tauschwerten, indem
er das von Natur Verbundene und Zusammengehörige willkürlich
trennt und die Wirkungen von den wirkenden Kräften scheidet
und übersieht, daß materielle Werte wieder ideale Werte, daß
geistige Kräfte wieder materielle Werte schaffen, daß der na-
tionale Produktionsprozeß im ganzen, wie im einzelnen, in einer
fortwährenden Wechselwirkung produktiver Werte steht, durch
welche jeder wahre Wert zur produktiven Kraft und jede pro-
duktive Kraft zum wahren Werte wird, daß beide Momente sich
gegenseitig voraussetzen, repräsentieren und reproduzieren.“
Hildebrand’) äußert sich über dieses Problem im selben Sinn.
Roscher 1842. Götting. gelehrte Anz.; Gesch, f. Nat. Oek., S. 9701f,
Geschichte der Nationalökonomik. 5S. 682/83.
Hildebrand, Gesch. d. Nationalökonomie in Gegenwart u. Zukunft. 8.77.
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