Zur Förderung des Getreidehandels hat das Landwirtschaftsministerium Weizentypen.
Durchschnittstypen für Weizen aufstellen lassen. Auf Grund von etwa
3500 Mustern wurde die' Weizenproduktion Argentiniens in fünf Zonen ein-
geteilt: Rosario, Buenos Aires, Bahia Blanca, Pacifico und Entre Rios. Die
Klassifizierung nach dem festgestellten spezifischen Gewicht wird jeweils
bis zu den letzten Ernten des Jahres fortgesetzt und wird einen zuverlässigen
Vergleichsmaßstab mit den Gewichtsermittelungen des Handels abgeben.
Nach Angaben der argentinischen Presse brachte das Erntejahr 1912/13 Erträgeperha.
für Weizen und Leinsaat die folgenden Erträge per Hektar (in kg):
Weizen Leinsaat
Norden der Provinz Buenos Aires . . . . 800 660
Zentrum und Süden der Provinz Buenos Aires 575 490
Westen der Provinz Buenos Aires. . .. + 1000 570
Provinz: Santa. Feist SE SS DNS 670 420
Provinz: C6rdoba siela19V GIB GNS, 650 500
Provinz Entre Rios . } 06. DE 650 450
Territorium Pampa Central „HE JDOAFT 780 690
Andere Gegenden. + - 650 410
Diese Ergebnisse werden im allgemeinen als nicht schlecht und als größer
bezeichnet als bei der vorjährigen Ernte. Besonders gut war der durch-
schnitiliche Ertrag beim Hafer, der hauptsächlich in der Provinz Buenos
Aires Erträge von 1200 bis 1500 kg per ha brachte. Die im allgemeinen
größere Ernte kommt auch in den Ausfuhrzahlen zum Ausdruck. Diese Ausfuhr im
betrugen im ersten Halbjahre 1913 im Vergleich zu den Vorjahren 1. Halbjahr,
Tonnen 1. Sem. 1913 1. Sem. 1912 1. Sem. 1911
Weizen‘: 4) 4% 2478 660 1786189 1.727002
Maiso his. Dali SIMOr 1:835 127 998 693 129.081
TLeinsaat non 713.828 317:901 269,570
Hafer... AA 766 418 714 442 2 438 486_
5.794 033 3.817.225 2564 139
Es hat sich herausgestellt, daß die vorher sowohl vom Statistischen Amt
als /auch” von ‘privater Seite vorgenommenen Ernteschätzungen zu hoch
gegriffen waren. Wenn auch noch mehrere hunderttausend Tonnen Getreide
im Lande vorhanden sind, SO dürften die für den Export angenommenen
Zahlen doch nicht erreicht werden, namentlich da ein großer Teil des
geernteten Maises infolge ungünstiger Witterung feucht geworden sein soll
und daber nicht exportfähig ist.
Die ständig steigenden Ziffern des Maisanbaues lassen befürchten, daß Mais-
die Maisproduktion der Republik in Kürze einen Umfang angenommen Haben "Wertung.
wird, der über den Bedarf des Weltmarktes hinausgeht; dabei verringert
sich mit der immer mehr schwindenden Bedeutung des Pferdes als Zugtier
auch die Bedeutung des Maises als Futtermittel. Angesichts des Umfangs,
den der Maisbau in Argentinien bereits erreicht hat, ist bei einer Stockung
des Verbrauchs eine Krisis für die argentinische Landwirtschaft unvermeidlich
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