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z.B. „whatever be the soil. climate or extent of territorry in this
particular situation“. Noch viel deutlicher tritt diese Betrachtunes-
weise später bei Ricardo und John Stuart Mill hervor.
Europa war von der klassischen Schule beherrscht. Nur in
Amerika herrschte eine freiere Luft, und hier war es auch, wie
List selbst erzählt, „wo er sich von aller Ueberlieferung frei machte
und den Grundstein zu seinen neuen Ideen legte“, „Als hierauf.
so erzählt List”), . mein Geschick mich nach Nordamerika führte.
ließ ich alle Bücher zurück. Sie hätten mich nur irreleiten können.
Das beste Werk, das man in diesem neuen Lande über politische
Oekonomie lesen kann, ist das Leben. Erst hier ist mir die
stufenweise Entwicklung der Volksökonomie klar geworden.“
Die Theorie, die uns List als Frucht seines amerikanischen
Aufenthaltes geschenkt hat und die er die Theorie der produk-
tiven Kräfte nannte, ist eine Theorie der Entwicklung, des
produktiven Fortschritts.
; Das System der Klassiker, aus dem List gelernt hat, ist
entwicklungslos. Wollte List seine Ideen aufbauen, so mußte
er sich eine neue Methode schaffen, wollte er nicht von Anfang
in die Irre gehen. Mit dem ganzen Enthusiasmus des Mannes,
der auf Neuland gestoßen, bekämpfte er die Schule, um seinen
[deen zum Siege zu verhelfen. Dieser Kampf, der mit ungleichen
Waffen geführt wurde — hier kämpfte eine noch systemlose
Wissenschaft mit einer Wissenschaft, die ein bis ins Kleinste aus-
gehildetes System besaß —, ist nicht immer gerecht und richtig,
weil das System der klassischen Schule List nicht befriedigen
konnte, übersah er vollständig, daß diese Methode der National-
ökonomie eine ebenso große: Daseinsherechtigung hatte wie die
seine. Auf die einzelnen Phasen der Polemik einzugehen, halten
wir für überflüssig, da dies schon in der Literatur über List in
ausreichender Weise geschehen ist. Diese Polemik gegen Adam
Smith hat List bei weitem mehr geschadet, als sie ihm nützte
Sie hat die meisten Nationalökonomen gegen List eingenommen.
Ihre Schuld ist es wohl, daß Lists theoretische Bedeutung so
wenig geschätzt, sie im Gegenteil fast daraufhin gering geschätzt
worden ist.
Der Zweig der Nationalökonomie, der List am Herzen lag,
ist bis heute systemlos. Die Methode, mit der List arbeitete, war
in keiner Weise damals ausgebildet. Was Wunder, daß seine
Begriffe, die er in dem Kampf gegen die Klassiker führte, oft ver-
worren und unklar sind, daß sie, wie Sombart sagt „wie uner-
löste Seelen im Hades schweben“. Diese Polemik gegen die
Schule und die damit verbundene unklare Terminologie, das sind die
großen Schwächen der Listschen Theorie. Doch diese Fehler
sind nach unserer Ansicht nicht allzu schwer, im Vergleich zu
der großen positiven Leistung, die wir List verdanken. Lists
großes Verdienst ist nicht, wie manche Parteipolitiker glauben,
.
List, Natök. System,
S. 11
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