Full text : Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien

Viehzucht,  Jagd  und  Fischerei

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gezüchtet.  Seither  ist  die  Viehzucht  in  Rumänien  infolge  der  Sperre
der  österreichisch-ungarischen  Grenze  bedeutend  zurückgegangen.
Auch  die  Qualität  ist  mangels  jeder  weiteren  Verbesserung  hinter
derjenigen  der  westlichen  Nachbarländer  zurückgeblieben  und  dieser
gegenüber  minderwertig.
Das  ehemals  sehr  begehrte  rumänische  Pferd  ist  zwar  rasch  und
ausdauernd,  aber  klein  und  verkrüppelt,  weil  es  in  der  Jugend  nicht
gehörig  gepflegt  wird.  Die  Fohlen  werden  mit  Kleie  und  Kukuruzstengeln ­
  gefüttert,  die  erwachsenen  Pferde  mit  Stroh  und  schlechtem
Heu.  Es  gibt  zwei  Rassen,  das  Eebirgspferd  und  das  Pferd  der
Ebene.  Das  erstere  ist  klein,  stark,  ausdauernd  und  hat  harte  Hufe.
Es  nimmt  mit  der  magersten  Kost  vorlieb  und  ist  dabei  voll  Feuer.
Das  Pferd  der  Ebene  ist  größer,  schöner  und  gelenkiger,  aber  minder
ausdauernd.  Zur  Veredelung  der  rumänischen  Pferderassen  hat
der  Staat  systematisch  angelegte  Gestüte  in  Betrieb.  Seit  1875,
seitdem  der  englische  Generalkonsul  in  Bukarest  Vivian  einen
Jockeyklub  gegründet  hat,  besitzt  Rumänien  auch  eine  moderne
Vollblutzucht:  doch  sind  Rückwirkungen  dieser  Maßregeln  noch  nicht
wahrzunehmen.  1916  wurden  1134171  Pferde,  Esel  und  Maultiere
gezählt.
Das  Rind  ist  bei  schlechter  Nahrung  und  mangelhafter  Pflege
minderwertig.  Ochsen  werden  nur  für  die  Arbeit,  Kühe  in  geringer
Anzahl  gezogen.  In  der  letzten  Zeit  haben  zwar  Großgrundbesitzer
versucht,  das  degenerierte  Hornvieh  mit  ausländischen  Zuchtstieren
zu  veredeln;  doch  gibt  es  nur  wenige  Betriebe,  in  welchen  Schweizer
und  holländische  Zuchtstiere  gehalten  werden.  Mastvieh  kommt
bloß  in  den  Stallungen  der  Zuckerfabriken  und  in  den  Brennereien
vor:  die  Milchwirtschaft  ist  rückständig.  Die  jährliche  Gesamtproduktion ­
  erreicht  kaum  240000000  I  und  beträgt  pro  Kopf  täglich
Vir  1-  Die  Zahl  der  Rinder  betrug  1916  2782413  Stück.
Die  Schafzucht  entwickelt  sich  infolge  der  ständigen  Abnahme
der  Weideplätze  nur  langsam:  in  einigen  Gegenden  geht  sie  sogar
zurück.  Am  intensivsten  wird  die  Schafzucht  in  den  gebirgigen
Gegenden  betrieben.  Im  allgemeinen  ist  das  rumänische  Schaf
weniger  degeneriert,  als  das  Pferd  und  das  Rind.  Zur  Aufbesserung
der  Rasse  werden  aus  Frankreich  Merino-,  aus  Deutschland  Frieseund
  aus  Rußland  Buchara-Böcke  gebracht.  1916  waren  insgesamt
6668881  Schafe  und  273827  Ziegen  vorhanden.
Die  Schweinezucht  leidet  seit  jeher  unter  dem  Mangel  an
Export.  Die  rumänischen  Schweinerassen  gedeihen  auch  bei  minderer
Pflege  sehr  gut.  Systematische  Schweinezüchtereien  verbessern  die
einheimischen  Rassen  mit  Hilfe  ausländischer  Zuchttiere.  Bevorzugt ­
  werden  Eber  der  Mangolitza-Rasse  aus  Ungarn,  weil  diese
            
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