Object : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Die  tatsächliche  Gründung  der  Aktiengesellschaft  erfolgte  erst  fünf  Monate
später  am  16.  November  1883  und  zwar  unter  Beteiligung  auswärtiger  Bankfirmen.
  Als  Gründer  der  Aktiengesellschaft:  „Salzwerk  Heilbronn"  wurden
folgende  Personen  eingetragen:
Geheimer  Kommerzienrat  Dr.  Kilian  v.  Steiner  als  Bevollmächtigter  der  Württembergischen ­
  Vereinsbank  in  Stuttgart  und  der  Deutschen  Bank  in
Berlin.
Geheimer  Kommerzienrat  Alexander  von  Pflaum  als  Vertreter  der  Württembergischen ­
  Bankanstalt  (vormals  Pflaum  u.  Co.)  in  Stuttgart.
Oberbürgermeister  Wüst,  Heilbronn.
Adolf  Feyerabend,  Heilbronn.
Theodor  Lichtenberger,  Heilbronn.
Carl  Parcus,  Direktor  und  Bevollmächtigter  der  Bank  für  Handel  und  Industrie ­
  in  Darmstadt.
Heinrich  Hauck,  Vertreter  der  Deutschen  Vereinsbank  in  Frankfurt  a.  Main.
Geheimer  Kommerzienrat  Joh.  Phil.  Petsch-Goll,  Vertreter  der  Firma  Johann
Goll  u.  Söhne  in  Frankfurt  a.  Main.
Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  wurde  auf  10  Millionen  Mark  festgesetzt
und  in  10000  Aktien  zu  je  1000  Mark  eingeteilt.  Zunächst  erfolgte  die  Ausgabe ­
  von  3000  Stück  Aktien.  Der  Anteil  der  Stadt  Heilbronn  an  diesem  Jndustriennternehnien
  spiegelt  sich  darin  wieder,  daß  die  Stadt  mit  20  %  "»i
Reingewinn  beteiligt  wurde.  Die  Ermittlung  des  Reingewinns  erfolgte  auf  der
Grundlage,  daß  nach  erfolgter  Dotierung  des  Reservefonds  6  %  Zinsen  an  die
Aktionäre,  sowie  Tantiemen  zu  zahlen  waren.  Für  den  Aktien-Amortisationsfvnds
  wurden  20  %  des  Reingewinns  verwendet.  Der  Aktien-Amortisationssonds
  stellt  keinen  Teil  des  Gesellschaftsvermögens  dar.  Die  Anlegung  des
Fonds  erfolgte  verzinslich  und  unter  besonderer  Verwaltung.  Im  Geschäftsjahr ­
  1907/08  hatte  dieser  Fonds  bereits  die  stattliche  Höhe  von  1  089  446,35  Mk.
erreicht.  Die  Zuweisung  des  erwähnten  Geschäftsjahres  zum  Fonds  betrug  allein ­
  63  171,79  Mk.  Die  Höhe  des  Fonds  muß  angesichts  des  tatsächlich  nur
3  Millionen  Mark  betragenden  Aktienkapitals  als  sehr  bedeutend  und  beachtenswert ­
  bezeichnet  werden.  Nicht  minder  erheblich  sind  die  Abschreibungen
ans  die  Anlagen  des  Salzwerks  über,  wie  unter  Tage;  diese  Abschreibungen  beliefen ­
  sich  bis  zum  Jahre  1908  auf  2180496,88  Mk.  Trotzdem  war  die  Gesellschaft ­
  in  der  Lage,  von  Anfang  an  —  5%  Bauzinsen  im  1.  Jahr  —  angemessene ­
  Dividenden  zu  zahlen.  In  den  letzten  Jahren  regelmäßig  12  %;  iw
übrigen  verweisen  wir  auf  die  nachfolgende  Dividendentabelle,  sowie  auf  die
Uebersicht  des  Aktien-Amortisationsfonds:
(S.  die  Tabelle  auf  S.  153.)
Recht  interessant  sind  die  Ergebnisse  der  Gewinnbeteiligung  der  Stadt  Heilbronn ­
  an  dem  Salzwerk.  Wir  erwähnten  schon,  daß  die  Stadt  20  %  vom
Reingewinn  erhält,  der  sich  ergibt  nach  einer  Dotierung  des  Reservefonds  mit
5  %,  nach  einer  Zuweisung  von  6  %  Dividende  an  die  Aktionäre  und  nach
Zahlung  der  Tantiemen  an  Vorstand  und  Beamte.  Von  dem  Gewinnanteil  der
Stadt  fließen  dem  Freiherrn  von  Perglas  aus  schon  erwähnten  Gründen  vertragsmäßig ­
  30  Prozent  zu.  Die  Gewinnbeteiligung  der  Stadt  erhält  dadurch
erhöhte  Bedeutung,  daß  sich  die  Gewinnquote  für  die  Stadt  im  Laufe  der  Zeit
erhöht  und  zwar  in  50  Jahren  auf  33'/»  %  und  in  75  Jahren  auf  50  %,
            
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