Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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VI.  Kapitel.

Wir  haben  also  eine  feststehende  Zahl,  die  den  Preis  des  produzierten  Goldes
darstellt  und  eine  veränderliche  Zahl,  welche  dessen  Produktionskosten  ausdrückt. ­

Wenn  wir  dieselben  Phänomene  nicht  in  Gold,  sondern  in  Weizen  oder
vielmehr  in  Gütern  im  allgemeinen  ausdrücken,  so  haben  wir  die  umgekehrte
Sachlage.  Wenn  die  Preise  steigen,  fällt  die  Kaufkraft  des  Geldes,  und  diese
Kaufkraft  ist  der  Wert  des  Produktes,  ausgedrückt  in  Gütern  im  allgemeinen.
Wenn  sich  die  Kosten  der  Goldgewinnung  aus  den  Minen  mit  der  allgemeinen
Preisbewegung  ändern,  so  wird  es  eine  Veränderung  in  den  Kosten  der  Goldproduktion ­
  in  bezug  auf  Güter  nicht  gehen.  Dagegen  wird  jedoch  eine  Veränderung ­
  im  Werte  der  Goldproduktion  eintreten.  Das  heißt,  wir  haben
dann  eine  veränderliche,  den  Preis  des  Goldproduktes  bezeichnende  Zahl  und
eine  feststehende  Zahl,  welche  dessen  Produktionskosten  ausdrückt.
Der  Vergleich  zwischen  Preis  und  Produktionskosten  ist  also  derselbe,
gleichviel  ob  wir  Gold  oder  andere  Waren  als  unser  Kriterium  benützen.
Von  dem  einen  Gesichtspunkte  aus  betrachtet  —  d.  h.  wenn  die  Preise  in
Gold  bemessen  werden  —  bedeutet  eine  Preissteigerung  ein  Steigen  in  den
Produktionskosten  des  Goldminenbesitzers;  von  dem  anderen  —  d.  h.  wenn
die  Preise  in  anderen  Gütern  bemessen  werden  —  bedeutet  dieselbe  Preissteigerung ­
  ein  Fallen  im  Preise  (der  Kaufkraft)  seines  Produktes.  In  beiden
Fällen  wird  er  sich  entmutigt  fühlen.  Er  betrachtet  sein  Mißgeschick  von
dem  ersterwähnten  Standpunkt  aus,  d.  h.  als  eine  Folge  der  Steigerung  der
Kosten  der  Produktion.  Wir  werden  es  aber  zweckmäßiger  finden,  es  vom
letzterwähnten  Gesichtspunkte  aus  in  einem  Fallen  der  Kaufkraft  des  Produktes ­
  zu  suchen.  In  jedem  der  beiden  Fälle  findet  der  Vergleich  zwischen
den  Produktionskosten  des  Goldes  und  der  Kaufkraft  des  Goldes  statt.
Wenn  diese  Kaufkraft  über  den  Produktionskosten  einer  besonderen  Mine
steht,  so  verlohnt  es  sich,  diese  Mine  auszubeuten.  Wenn  die  Kaufkraft
des  Goldes  niedriger  ist  als  die  Produktionskosten  einer  besonderen  Mine,
so  verlohnt  sich  eine  Ausbeutung  dieser  Mine  nicht.  Die  Goldproduktion
steigt  oder  sinkt  also  je  nach  dem  Steigen  oder  Fallen  der  Kaufkraft  des
Goldes.
Soviel  über  den  Goldzufluß  und  die  ihn  regulierenden  Umstände.  Wir
wenden  uns  nun  dem  Abfluß  oder  dem  Verbrauch  des  Goldes  zu.  Dieser
Verbrauch  vollzieht  sich  in  zwei  Formen:  der  des  industriellen  Verbrauches
und  der  des  Verbrauches  zu  Geldzwecken.
Wir  wollen  zunächst  den  industriellen  Verbrauch  des  Goldes  betrachten. ­
  Wenn  die  aus  Gold  verfertigten  Gegenstände  sich  durch  Billigkeit ­
  auszeichnen  —  d.  h.,  wenn  die  Preise  anderer  Gegenstände  Verhältnis ­
            
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