Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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VIII.  Kapitel.

Quantität  des  in  Zirkulation  befindlichen  Goldes  keine  proportionale  Veränderung ­
  in  der  Quantität  des  ganzen  in  Zirkulation  befindlichen  Geldes,
sondern  nur  ungefähr  für  ein  Drittel.  Da  aber  fast  jede  Geldart  als
Reservefonds  dienen  kann  und  selbst  Nationalbanknoten  von  Einzelstaatenbanken ­
  und  Trustgesellschaften  zu  diesem  Zwecke  Verwendung  finden,  so
werden  die  proportionalen  Beziehungen  zwischen  dem  in  Zirkulation  befindlichen ­
  Gelde,  dem  als  Reserven  dienenden  Gelde  und  den  Bankdepositen ­
  annähernd  die  normale  Geldsituation  bilden.  Die  in  bezug  auf  die
Reserven  bestehenden  gesetzlichen  Vorschriften  fördern  die  Tendenz  zur
Bewahrung  eines  solchen  Verhältnisses.
Wir  haben  also  in  den  Vereinigten  Staaten  ein  Umlaufsmittelsystem,
in  dem  das  Gold,  wie  bereits  erwähnt,  tatsächlich  das  einzige  anpassungsfähige ­
  Geld  ist.  Da  das  Gold  Zeit  für  das  Prägen  oder  für  den  Transport
erfordert,  ist  die  Ausgleichung  langsam  und  schwerfällig  im  Vergleich  zu
der  in  anderen  Ländern  ausgeübten  prompten  Ausgabe  oder  Zurückziehung
von  Banknoten.  Die  jahreszeitlichen  Veränderungen  in  der  Kaufkraft
des  Geldes  ebenso  wie  die  mit  Krisen  und  Kreditzyklen  verbundenen
Schwankungen  werden  daher  in  hohem  Grade  und  unnötigerweise  verschärft. ­
  Wenn  diese  zweite  Auflage  in  Druck  geht,  liegt  die  Möglichkeit ­
  vor,  daß  der  Kongreß  in  Washington  endlich  eine  Gesetzgebung
zur  Abhilfe  dieser  Sachlage  beschließt. 1 )

VIII.  Kapitel.
Einwirkung  der  Geldquantität  und  anderer  Faktoren ­
  auf  die  Kaufkraft  und  ihre  Wechselwirkung.
§  i.
Die  vorhergehenden  Kapitel  waren  vor  allem  der  Darlegung  der
Umstände  gewidmet,  welche  die  Kaufkraft  des  Geldes  bestimmen.  Wie  wir
gesehen  haben,  ist  diese  Kaufkraft  das  Resultat  von  fünf,  und  zwar  nur  fünf
Ursachenkomplexen,  nämlich:  Geld,  Depositen,  deren  beiderseitige  Umlaufs-')
  Seit  Herausgabe  der  zweiten  amerikanischen  Auflage  ist  in  den  Vereinigten
Staaten  ein  neues  Bankgesetz  in  Kraft  getreten.  Durch  dieses  Gesetz  wird  eine
neue  Art  Papiergeld  mit  größerer  Elastizität  geschaffen  und  ein  Zentralbanksystem
eingeführt,  das  den  Kredit  (Depositenumlaufsmittel)  bedeutend  elastischer  gestaltet,
als  dies  bisher  der  Fall  war.
            
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