Full text: Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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unter Aufsicht zu stellen. In diesem Sinne wurde 1901 eine Vorschrift 
über die Konzessionierung der Heilkundigen erlassen, wonach solchen 
I-sei, die schon vor der Veröffentlichung der Vorschrift auf Formosa 
den Beruf eines Heilkundigen ausgeübt haben, durch das Distrikt 
amt ein Zeugnis über die Berechtigung zur Ausübung ärztlicher 
Praxis verliehen werden kann. 
Nach dem Stande von Ende September 1910 war die Anzahl 
der approbierten Ärzte, Zahnärzte und Heilkundigen diese: 
Ärzte (Japaner) 86 
Ärzte (Formosaner, die die hiesige medizinische 
Schule absolviert haben) 87 
Ärzte (Ausländer, und zwar Engländer) .... 5 
Zahnärzte 5 
I-sei 1275. fl 
Außerdem sind noch Zahnkünstler, Nadelstich- und Moxa 
künstler, Masseure und Knochenbruchheilkünstler, sowohl Japaner 
als auch Formosaner, durch die Distriktämter zur Ausübung ihres 
Berufes zugelassen. 
C. Hebammen. 
Hebammen waren früher auf Formosa nicht vorhanden, nur die 
Senseima, Frauen, die einige Erfahrung in der Geburtshilfe hatten, 
sehr häufig aber Mutter und Kind großes Unheil zufügten. Daher 
durfte kein Augenblick versäumt werden, diesem Übelstande abzu 
helfen, zumal da die Zahl der nach Formosa übersiedelnden japa 
nischen Familien von Jahr zu Jahr größer wurde. Zunächst holte 
man Hebammen aus Japan. Dann wurden mehrere japanische 
Krankenpflegerinnen, die sich dazu meldeten, im Gouvernements 
hospital zu Taihoku zu Hebammen ausgebildet. Da aber zur 
Schaffung eines Hebammenstandes auch die Ausbildung eingeborener 
Frauen geboten schien, so hat man seit vier Jahren begonnen, an 
dem genannten Hospital zu diesem Zwecke besondere anderthalb 
jährige Kurse abzuhalten. Ende 1909 betrug die Zahl der japa 
nischen Hebammen 66 und die der formosachinesischen 43. 
fl dazu 111 Ärzte (83 Japaner, 27 Formosachinesen, 1 Formosawilder), 
die an den Hospitälern und bei Behörden angestellt waren, und 83 Ko-i (69 
Japaner, 14 Formosachinesen)
	        
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