Metadata: Berliner Banken

Krawattenbankiers. 
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dessen sein Darlehnsgesuch abschlägig beschieden werden 
muß. Das ist zwar ein Betrug, aber vielfach für die 
Abgewiesenen noch die beste Lösung. Denn nur sehr 
selten kommt es vor, daß das Geld wirklich zu einiger 
maßen anständigen Bedingungen gegeben wird. Zinsen 
und Provision halten sich zwar meist in den gesetzmäßigen 
Grenzen, aber entweder muß — wie es zum Beispiel 
beim Osfizierswucher üblich ist — der Schuldner den 
Wechsel über einen viel höheren Betrag, als er wirklich 
empfing, ausstellen, oder ihm wird vom bewilligten 
Darlehn unter allen möglichen Vorwänden so viel abge 
zogen, daß das, was er wirklich in bar empfängt, wenn 
er nicht raffiniert vorher schon etwas auf die notwendige 
Summe aufgeschlagen hat, nicht einmal dazu genügt, die 
Verpflichtungen zu erfüllen, wegen deren er sich in die 
ganze Affäre einließ. 
Ein besonders üblicher Trick ist, das Geld nur zu 
geben, wenn der Schuldner sich gleichzeittg in eine Lebens 
versicherung einkaust. An und für sich ist ja die Forde 
rung, daß eine Sicherheit auch für den Fall des Todes 
des Darlehnitehmers geschaffen wird, nicht ungerecht 
fertigt. Aber damit, daß jemand, der 2000 Mark sich 
borgt, in gleicher Höhe sein Leben versichert, ist dem 
Herrn Geldgeber natürlich nicht gedient, denn er bekommt 
mindestens 1% der Versicherungssumme als Provision 
und hat deshalb selbstverständlich ein Interesse daran, auf 
eine höhere Versicherung zu dringen. Oft wird bei einem 
Darlehn von 2000 Mark eine Versicherungssumme bis zu 
10000 Mark gefordert. Natürlich wird die Abtragung der 
Schuld dadurch außerordentlich erschwert. Denn in sehr 
vielen Fällen wird der Schuldner nicht in der Lage sein, 
neben Zinsen und Provisionen, die in jedem Vierteljahr neu 
bezahlt werden müssen, auch noch die sehr hohe jährliche 
oder vierteljährliche Versicherungsprämie aufzubringen.
	        
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