Full text: Die technischen Hilfsmittel für den Transport zu Wasser und zu Lande von Fleisch in gekühltem und gefrorenem Zustande

durch gelegentliche Ausgabe von Papiergeld aufgebracht werden, kann 
anstatt des erwarteten Nutzens für das ganze Wirtschaftsleben des Landes 
schwere Störungen herbeiführen. Die Ausgabe von Papiergeld über die 
obere Bedarfsgrenze an Umlaufsmitteln hinaus führt, wenn die Noten nicht in 
Gold konvertierbar sind, zur Minderung ihres Werts, und wenn sie kon- 
vertierbar sind, zur Minderung ihrer Kaufkraft. Die gegenwärtig beobachtete 
allgemeine Teuerung, unter der die Republik zu leiden hat, wird zum 
Teil auf die übergroßen Emissionen zurückgeführt, die auf Basis des 
angesammelten Goldbestandes erfolgten. Wenn der aus der augenblicklichen 
Geldverlegenheit des Landes geborene Entwurf Gesetz würde, hätte man 
schließlich drei Geldklassen: die ursprüngliche von 300 Millionen $, die nur 
auf ‚den 30 Millionen $ Gold ‚der Nationalbank beruht; die zweite von 
600 Millionen $, die durch die 266 Millionen $ Gold der Konversionskasse 
garantiert ist, und eine dritte unbegrenzte Emission, die auf Basis der 
beliehenen Effekten resp. Wechselportefeuilles erfolgen würde. 
Ayrarfragen. 
Unter den mancherlei Fragen, deren Lösung die wirtschaftliche Ent- 
wicklung Argentiniens wesentlich beeinflussen wird, ist eine der wichtigsten 
die der Regelung des Verhältnisses zwischen Landbesitzer und Pächter. In 
den letzten Jahren waren mit den Bodenpreisen auch die Pachten erheblich 
gestiegen. Viele Pächter hatten sich bei Abschluß der Ernte außerstande 
gesehen, die Bedingungen ihres Kontraktes zu erfüllen und waren in Schulden 
geraten. Bereits im Vorjahre hatte eine Anzahl Pächter aus den Provinzen 
Santa F6, Cördoba und dem Norden von Buenos Aires eine Ermäßigung der 
Pächtersireik, Pachtgelder verlangt und waren in den Ausstand getreten, als die Landbesitzer 
diesem Wunsch nicht Rechnung tragen wollten. In diesem Jahre wieder- 
holte sich die gleiche Erscheinung, jedoch bereits in größerem Umfange und 
mit größerer Stoßkraft, da sich die Kolonen inzwischen in der Federaciön 
Agraria organisiert hatten. Die beiden Parteien vermochten zu keinem 
Übereinkommen zu gelangen, und da die Zeit heranrückte, in der die Ernte- 
arbeiten notwendigerweise in Angriff genommen werden mußten, ernannte 
schließlich die Regierung eine Kommission, damit diese einen beide Teile 
befriedigenden Ausweg aus den bestehenden Schwierigkeiten fände. Der 
Kommission gelang es auch in Kürze, einige der Hauptkonfliktspunkte zu 
beseitigen, und da zudem reichliche Regenfälle das Ackerland für die Be- 
stellung gut vorbereitet hatten und eine reiche Ernte in Aussicht stellten, 
zeigten sich die Pächter bald willig, die Arbeit wieder aufzunehmen. — Der 
Konflikt selbst war beendigt, doch waren damit die Hauptursachen seines 
Gründe der Entstehens nicht beseitigt. Hierüber enthält der von der Kommission dem 
an Ackerbauministerium erstattete Bericht eine Reihe interessanter Angaben. 
hältnisse. Die Zwietracht zwischen Grundbesitzern und Pächtern ist nicht künstlich 
durch irgendeine Propaganda hervorgerufen, sondern ist eine logische Folge 
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