Die Bevölkenmgsverhältnisse der Erde.
Während die meisten Tierrassen an bestimmte Himmelsstriche
gebunden sind, lebt der Mensch überall; in den heißesten Zonen
des Äquators ebensowohl als in der Polarregion. In großer Masse
hat er sieh aber doch nur dort an gesiedelt,. wo die Verhältnisse
seine Existenz und seine Vermehrung begünstigten.
Nur in solchen gesegneten Himmelsstrichen entstanden jene
Kulturzentren, von denen aus er im Lauf einer vieltausendjährigen
Geschichte die übrige Erde bevölkerte.
Wir können hier nicht auf die Eutwieklungsstadien der
Menschheit, soweit sie uns aus historischer Zeit mit einiger Sicher
heit und aus prähistorischer Zeit in vagen Andeutungen bekannt
sind, eingehen.
Nur soviel wollen wir uns in die Erinnerung rufen, daß
der heutige Besiedlungszustand der Erde nichts Gegebenes, sondern
etwas Gewordenes ist. Ob der Mensch nur in einer Gegend der
Erde entstanden ist, wie es die Sage von Adam und Eva be
hauptet, oder ob die Menschwerdung an mehreren Orten und zu
verschiedenen Zeitpunkten erfolgte, wie die neuere Forschung
meint, jedenfalls waren ursprünglich nur wenig Menschen vor
handen. Sie vermehrten sieh aber rasch. Trotzdem zeigen die
ältesten statistischen Daten, die wir besitzen, daß noch vor wenigen
Jahrhunderten die Einwohnerzahl der Erde nur ein Bruchteil der
heutigen gewesen sein muß. So soll z. B. zu Christi Geburt Europa
nur 40 Millionen Einwohner gezählt haben. Stimmt dies, so haben
sie sich bis heute auf das elffache vermehrt.
Für das Jahr 1800 wird die Zahl der Erdbewohner mit
990 Millionen angegeben, während sie heute 1744 Millionen er
reicht hat. Sie hat sich also in wenig mehr als hundert Jahren
verdoppelt.