Metadata : Politische Hauptströmungen in Europa im 19. Jahrhundert

VI. Abschnitt.
Das SZeitalter Bismarcks.

Bismarcks politische Anfänge. Bismarck als Bundestagsgesandter.
Die Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten. Der schleswig—
holsteinsche Krieg 1864. Der deutsche Krieg 1866. Der Norddeutsche
Bund. Der deutsch-französische Krieg 1870 u. 1871. Das neue Deutsche
Reich. Die Kommune in Paris. Ronfessionelle und soziale Kämpfe.
Der Dreibund. Der Sturz des ersten Kanzlers.

Literatur.
h. v. Sybel, Die Begründung des Deutschen Reiches durch Wilhelm J.
(7 Bde, 1880 18040).
Oncken, Das Zeitalter des KNaisers Wilhelm (2 Bde., 1800- 1802).
zwiedineck-Südenhorst, Deutsche Geschichte von der Auflösung des
alten bis zur Errichtung des neuen Kaiferreiches (3. Bd.: Die Lösung
der deutschen Frage und das Kaisertum der Hohenzollern, 1905).
6533 Der Rampf um die Vorherrschaft in Deutschland (2 Bde.
1897).
Treitschke, Zwei Kaiser (1888).
Moltke, d se des Deutsch⸗Französischen Urieges von 1870 bis
1871 (1891).
Marcks, Wilheim J., Deutscher Kaiser und König von Preußen (1897).
M. Lenz, Bismarcks Leben (1902).
Marcks, Bismarck (1. Bo. 1909).

Am 22. September 1862 fand im Schloß zu Babelsberg
die denkwürdige Audienz Bismarcks bei König Wilhelm statt,
welche die wichtigste Epoche Preußens und Deutschlands ein⸗
leitete. Durch den persönlichen Eindruck getröstet, ließ der
König die Bedenken, die ihn von dem gefürchteten Manne
bisher fern gehalten hatten, fallen und berief ihn als Mi—
nisterpräsidenten an die Spitze seines Kabinetts.
Gerade zur nämlichen Zeit, da Ludwig Bamberger in aus—
schweifendem Bürgerstolz sich zur Außerung verstieg, „die
heimatlosigkeit, Unwissenheit und schlechthinige Wertlosigkeit
des deutschen Adels seien eine so notorische Sache, daß ein
gesundes Gehirn unmöglich auf den Einfall geraten könne,
der Junkerwelt einen sogenannten organischen Platz in dem
Wachstum des deutschen Volkes anzuweisen“ — gerade zur
nämlichen Zeit trat in den Vordergrund deutscher Geschichte,
wurde der Schöpfer eines neuen Deutschlands ein Mann, der
aus dem kleinen Landadel Preußens hervorgegangen war.
            
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