immerhin fragwürdig. Sehr deutlich und klar wir die Pfcbismatik
von berufenen Amerikanern selbst angedeute SS „N
„Die Funktion der Frauen gestaltet sich immer N ODER
wechselt in der heutigen Gesellschaft mit jede = agg.h | Dieh Hau
von heute ist einigermassen überrascht, zu find no dass die häuslich
Arbeiten aus Grossmutters Tagen ihr zum grössten Teile abgen n
sind. Nähen ist nur noch ein Zeitvertreib, denn di Kleider der Famfilie
können fertig und nach Bestellung besser und billigör„ beschafft werden,
als man sie selber herstellen könnte. Die Arbeit des 4 und des
Reinigens wird infolge der Raumeinteilung und durch arbeitsparende
Vorrichtungen auf ein Minimum beschränkt. Heizung und Beleuchtung
erfolgen von der Hausverwaltung oder von städtischen Anlagen aus.
Selbst das Kochen wird zu einer leichteren Aufgabe, denn die meisten
Artikel kommen fast oder völlig fertig für den Tisch in Packungen oder
verlöteten Büchsen. In immer grösserem Ausmasse kann die Hausfrau
zu billigem Preise gut zubereitete Mahlzeiten aus nahe gelegenen
Restaurants und Delikatessgeschäften erlangen. Ihre Kinder sind den
grössten Teil des Tages über in der Schule, wo die Arbeit der Bildung
und Erziehung besonders geschulten Kräften anvertraut ist, und nach
der Schule sind sie auf dem Spielplatz oder in den Lichtspielen. Die
Frau der ärmeren Klassen muss immer noch manche dieser Aufgaben
selber erfüllen und, soweit Zeit verbleibt, ausgehen, um Geld zu ver-
dienen, um das magere Einkommen etwas zu ergänzen. Aber der wohl-
habendere Ehemann ist mehr als willig, seiner Frau jegliche Arbeit zu
ersparen, nicht nur aus Zuneigung, sondern um seine finanzielle Leistungs-
fähigkeit zu demonstrieren. So verfügt die Frau über eine immer länger
werdende Freizeit und hat, weil ihr in dieser Beziehung Gewohnheiten
und Traditionen für die Lebensführung fehlen, keine klare Vorstellung
darüber, was sie damit anfangen soll. In den Frauenklubs und freien
Zusammenkünften findet man daher müssigen Klatsch und Bestrebungen
in der Richtung auf gesellschaftliche und geistige Hebung bunt durch-
einander.
Jedes Jahr tritt eine grössere Zahl von Frauen in die Berufe ein, die
ehemals dem Mann vorbehalten waren, und neue Laufbahnen öffnen
sich ihnen: Nicht nur im Lehr- und Schauspielerberufe und unter-
geordneten Geschäftsfunktionen, wo sie schon lange tätig waren, sondern
auch in der Jurisprudenz, der Medizin und leitenden Stellungen im Ge-
schäftsleben nimmt ihre Zahl rasch zu. Sie sind vertreten unter unseren
erfolgreichsten Romanschriftstellern, Dichtern, Malern und Musikern. Wir
haben noch kaum angefangen, die Probleme zu begreifen, die diese Ent-
wicklungstendenz entstehen liess: Es sind nicht nur Probleme der
Zukunft von Heim und Familie, sondern Probleme, die auch Wirtschaft
und Technik berühren. Überall fordern die Frauen gleichen Lohn für
gleiche Leistung und wollen zu gleichen Wettbewerbsbedingungen wie
der Mann auftreten, obgleich manche für Massnahmen sind, die einen
Schutz gegen zu scharfen Wettbewerb gewähren.“
Diese gehobene Stellung der amerikanischen Frau kommt dann
wieder in den Gesetzen des Landes zum Ausdruck. In keinem der
1) Tugwell, Munro, Stryker: „American Economic Life“ New York, 1925.
1927