genau wie in Deutschland — ein Zimmer vermieten und dadurch
seine Wohnungskosten auf ein Viertel oder weniger von seinen Ein-
nahmen reduzieren. Gehört er zu der Einwandererschicht tieferer
Kulturstufe (und dazu gehören viele, die diese untersten Einkommen
beziehen), so wird er überhaupt keine landesübliche Wohnung,
sondern eine der ziemlich billigen Unterkünfte beziehen. Es gibt
nämlich auch in Grossstädten, wie New York, Philadelphia usw.,
schon „Wohnungen“ für 16 und 20 Dollar, die aber allerdings
menschlichen Behausungen nicht in allen Stücken völlig ähnlich
sehen. Diese Mauerhöhlen bilden die engen quadratischen Höfe
der Häuserblocks der Proletarierviertel, haben von aussen Not-
gänge aus eisernen Treppen, die bis in die obersten Stockwerke
führen, und würden mit ihren grossen, in den Hof hinausschauenden
Türöffnungen den Keltengräbern am Bodensee und an der fran-
zösischen Nordküste ähnlich sehen, wenn nicht die im Hofe kreuz
und quer aufgehängten bunten Wäschestücke wieder an ein festlich
drapiertes Bockbierlokal erinnerten.
Die höchste Monatsmiete, die für gute Dreizimmerwohnungen
mit allen modernen Einrichtungen gezahlt wird, ist in den grossen
Städten etwa 50 Dollar. Solche Räumlichkeiten bewohnt die besser
bezahlte Arbeiterschaft, die also dafür auch einen bedeutenden
Bruchteil, im Durchschnitt etwa ein Viertel ihres Einkommens auf-
wendet. Würden die deutschen Arbeiter der bestbezahlten Gruppen
in gleichartig ausgestatteten Behausungen wohnen, so zahlten sie
dafür nominell zwar weniger, jedoch von ihrem Einkommen eine
reiche Hälfte, ja selbst drei Viertel, was natürlich eine Unmöglich-
keit ist.
Die Möbelierung der guten Arbeiterwohnungen ist durchweg
reichlicher und besser, „bürgerlicher“, als in Deutschland.
Grosse Bedeutung kommt in Amerika dem.Eigenheim zu, das
auch sehr viele Arbeiter besitzen. Im Jahre 1920 waren von den
24 351 000 amerikanischen Wohnungen 45,6 Prozent Eigentum der
Bewohner und 54,4 Prozent von Mietern bewohnt. Von den elf
Millionen Eigenheimen wiederum waren 61,7 Prozent freies, nicht-
belastetes Eigentum, während 38,3 Prozent hypothekarisch be-
lastet waren. Im selben Jahre (1920) fielen im Durchschnitt auf
eine amerikanische Familie 4,3 Personen, auf eine Wohnung
5,1 Personen.
Auch für eine Reihe der in Amerika gebräuchlichsten Lebens-
mittel haben wir in Milwaukee die Preise festgestellt. Dasselbe tat
die Bergarbeiterdelegation in der Stadt Erie in Pennsylvanien. Wir
geben hier das Resultat wieder, sowohl in amerikanischen Massen,
Gewichten und Geldwerten, als auch umgerechnet in deutsche Pfund
usw. und in deutschen Geldwert, und lassen zur Vergleichung sSo-
wie zur Vervollständigung unserer eigenen Ermittlungen die
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