Gedanken brachte der einwandernde Deutsche eine Vorstellungen
und Erfahrungen der handwerklichen Produk om SC af >
Die Entwicklung der Vereinigten Staaten hätte dennoch fick die
ihr eigenartige und wohl einzigartige Ric ltung genommen;5\ enn
nicht zwei aus jenen Verhältnissen erwachsene Auswitkünge Sich
£gewissermassen progressiv gesteigert hätten, U
Die eine Auswirkung entstand daraus, das S-Europa sein® umter-
nehmungslustigsten Kräfte und die Menschen äch den \Vetgsi igten
Staaten abgzab, die geistige Freiheit — an StöHesreligiöfer oder
Dolitischer Unterdrückung — suchten. Jeder amerikanische Ein-
Wanderer war Individualist. Da das Land #rei war, baute sich
jedermann sein eigenes Reich. So strömte der gedankliche Inhalt
europäischer Lebens- und Wirtschaftsformen in ein unendlich er-
scheinendes, jungfräuliches und praktisch herrenloses Gebiet. Dabei
erstickten mit der primitiven Nomadenwirtschaft auch die Ur-
einwohner.
Die Vereinigten Staaten haben also im europäischen Massstabe
keine wirtschaftsgeschichtliche Vergangenheit, keine Jahrhunderte
alten und versteinerten Formen, die umgeschliffen, gesprengt,
beseitigt und neugestaltet werden müssten, damit sie den Be-
dürfnissen der werdenden Zeit gerecht werden. Man denke dem-
gegenüber daran, dass in Deutschland eine ganze Generation ihre
Kraft verbrauchen musste, die tausend Landesgrenzen und Zoll-
schlagbäume des 18. Jahrhunderts zu beseitigen, um den nord-
deutschen Zollverein zu verwirklichen. Man erinnere sich, dass der
Kampf um die Gewerbefreiheit sich als soziale Revolutionierung
auswirkte.
Man kann also geradezu von einer Gründung der amerikanischen
Wirtschaft sprechen; sie liegt kaum hundert Jahre hinter uns.
Dann setzte der gewaltige Menschenzufluss ein.
Damit stossen wir auf die andere Voraussetzung der amerika-
nischen Wirtschaftsentwicklung: Die Geschichtslosigkeit der
amerikanischen Wirtschaft in Verbindung mit der kolonialen Besitz-
Srgreifung des Landes gab dem Handel einen mächtigen Impuls.
‚Die Geschichte der politischen Geographie lehrt uns, dass nicht
die Gütergewinnung, sondern die Verteilung der Güter sowohl ent-
Stehenden wie wachsenden Staatsgemeinschaften den Weg bahnt.
Nicht derProduzent, sondern der Händler hat entdeckt und erobert!
Die Verkehrsstrassen des Handels waren und sind es, die sich zum
wirtschaftlichen Gerippe der jungen Staaten ausbilden.
Betrachten wir die Vereinigten Staaten von Nordamerika unter
diesem Gesichtspunkt.
Dieser Staatenbund hat sich in wenigen Menschenaltern aus einem
kleinen atlantischen Küstenstaat zu einem Lande von 7,8 Millionen
Quadratkilometern entwickelt. Hinter dem erobernden und besitz-
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