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tionem der Lohn eines durchschnittlich Qualifizierten. Denn
eher hört der Konkurrenzkampf nicht auf, als bis sämtliche Vor-
teile im Preiskampf nivelliert sind, die den begünstigten Produ-
zenten überhaupt abgejagt werden können; und das sind eben alle
solche, die weder der höheren Qualifikation noch einer Monopol-
stellung verdankt sind.
Wenn, wie mir Amonn entgegenhält, ein unterdurchschnitt-
lich qualifizierter Produzent auf der Anbaugrenze sitzt, so muß er
sich mit dem Preise begnügen, den die durchschnittlich qualifizierten
Kollegen haben; d. h, er wird einen geringeren Arbeits- oder
Unternehmerlohn erwirtschaften, weil er als unterqualifiziert weniger
oder geringere Produkte zu Markte führt. Würde er etwa auf die
Dauer, d. h. in der Statik, das volle Einkommen eines durch-
schnittlich qualifizierten Gewerbetreibenden erwerben, so würden
alle anderen landwirtschaftlichen Produzenten entsprechend ihrer
demgegenüber höheren Qualifikation mehr als die industriellen
Gleichqualifizierten erwerben: und das widerspricht der Voraus-
setzung von der Gleichheit der Einkommen. Genau dasselbe gilt
von den Grenzminenarbeitern.
Es bleibt dabei: in der Statik ist — rein analytischer Satz!
— jeder Grenzproduzent durchschnittlich qualifiziert. Er hat das
Einkommen Z, und alle anders qualifizierten Konkurrenten haben
den ihrer Qualifikationsstufe entsprechenden Zuschlag +g oder
Abschlag — g.
Und es bleibt daher dabei, daß der durchschnittlich Qualifi-
zierte ohne weiteres festgestellt werden kann, wenn man einen
Grenzbetrieb feststellt. Daß das real unmöglich ist, weil die Statik
nur eine methodische Fiktion und keine Realität ist, habe ich selbst-
verständlich immer wieder mit äußerster Schärfe ausgesprochen; aber
es bedeutet nicht den geringsten Einwand gegen unsere Rech-
nungsmethode, die ja nicht dazu da ist, um im einzelnen Fall ein
gegebenes Einkommen exakt bis auf Mark und Pfennig abzuleiten,
sondern der die Aufgabe gestellt ist, das Gesetz für die uns ge-
gebenen, quantitativ bestimmten, klassenmäßigen Verschiedenheiten
des Einkommens in den großen Bevölkerungsgruppen aufzufinden.
Amonn fordert von mir eine Präzision der Bestimmungen,
die in mehr als hundert Jahren niemand von den Meistern der
Deduktion, von einem Ricardo oder Thünen, gefordert hat.
Aber ich bin auch dafür gewappnet. Ich kann ihm die theoretische
Methode angeben, durch die er in der Statik einen Grenzbetrieb
im strengsten Sinne des Wortes, d. h. einen solchen auffinden kann,
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