Object : Die Deutschen im Auslande

Der  Kampf  um  das  Dasein  unier  den
Aölkern.
Jeder  gesunden  und  kräftigen  Nation  wohnt  das  Bestreben
inne,  sich  zu  vermehren  und  ihre  Nachkommenschaft  der  nationalen
  Sitte,  dem  nationalen  Charakter  gemäß  zu  erziehen.  Diese
Vermehrung  würde  in  das  Unbegrenzte  fortgehen,  und  ein  Volk
würde  sich  bald  über  die  ganze  bewohnbare  Erdoberfläche  ausbreiten, ­
  wenn  nicht  andere  Völker  ihm  im  Wege  ständen  und
den  zu  weiterer  Vermehrung  erforderlichen  Raum  und  die
nöthige  Nahrung  streitig  machten.  Der  hieraus  sich  ergebende
Kampf  unter  den  Völkern  ist  ein  ewiger  und  unabänderlicher,
da  er  in  Gesetzen  der  menschlichen  Natur,  ja  in  Gesehen  der
gesammten  organischen  Welt  tief  begründet  ist.  Die  einzige
Möglichkeit,  diesen  Kampf  zum  Stillstand  zu  bringen,  würde
darin  bestehen,  daß  sämmtliche  Elationen  der  Erde  übereinkam,
men,  durch  gewisse  Maßregeln  einer  weiteren  Vermehrung  des
Menschengeschlechtes  Einhalt  zu  thun  oder  vielmehr  diese  Ver-Mehrung
  gesetzlich  zu  beschränken;  dadurch  würde  der  Kampf  um
das  Dasein  unter  den  Menschen,  von  welchem  der  in  Rede
stehende  Kampf  der  Nationen  nur  eine  besondere  Form  bildet,
in  der  That  zum  Stillstand  gelangen.  Aber  abgesehen  von
allen  Hindernisien,  welche  ein  derartiges  Uebereinkommen  durchaus ­
  unausführbar  machen,  würde  dasselbe  einem  Selbstmordversuch ­
  der  ganzen  Menschheit  gleichzuachten  sein.  Der  englische
Nationalökonom  Malthus,  welcher  zuerst  eine  absichtliche  Be-
            
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