Der Kampf um das Dasein unier den
Aölkern.
Jeder gesunden und kräftigen Nation wohnt das Bestreben
inne, sich zu vermehren und ihre Nachkommenschaft der nationalen
Sitte, dem nationalen Charakter gemäß zu erziehen. Diese
Vermehrung würde in das Unbegrenzte fortgehen, und ein Volk
würde sich bald über die ganze bewohnbare Erdoberfläche ausbreiten,
wenn nicht andere Völker ihm im Wege ständen und
den zu weiterer Vermehrung erforderlichen Raum und die
nöthige Nahrung streitig machten. Der hieraus sich ergebende
Kampf unter den Völkern ist ein ewiger und unabänderlicher,
da er in Gesetzen der menschlichen Natur, ja in Gesehen der
gesammten organischen Welt tief begründet ist. Die einzige
Möglichkeit, diesen Kampf zum Stillstand zu bringen, würde
darin bestehen, daß sämmtliche Elationen der Erde übereinkam,
men, durch gewisse Maßregeln einer weiteren Vermehrung des
Menschengeschlechtes Einhalt zu thun oder vielmehr diese Ver-Mehrung
gesetzlich zu beschränken; dadurch würde der Kampf um
das Dasein unter den Menschen, von welchem der in Rede
stehende Kampf der Nationen nur eine besondere Form bildet,
in der That zum Stillstand gelangen. Aber abgesehen von
allen Hindernisien, welche ein derartiges Uebereinkommen durchaus
unausführbar machen, würde dasselbe einem Selbstmordversuch
der ganzen Menschheit gleichzuachten sein. Der englische
Nationalökonom Malthus, welcher zuerst eine absichtliche Be-