thumbs: Grundzüge der Theorie der Statistik

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sich der Futterwert der Gräsung und des Grünfutters berechnen, 
indem man vom Verbrauch der einzelnen Vieharten ausgeht. 
Eine ähnliche, aber recht komplizierte Aufgabe liegt in der 
Konsumstatistik vor, wenn man auf Grund des Verbrauchs der 
einzelnen Person die gesamte „Verbrauchskraft“ der Familie in einer 
einzelnen Zahl festlegen will, indem deren Zusammensetzung aus 
erwachsenen Männern und Frauen und Kindern verschiedenen Alters 
berücksichtigt wird. Engel!) vermeinte z. B. auf Grund von Be- 
obachtungen über das Wachstum der Menschen eine Skala (die für 
ein O-jähriges Kind mit 1 anfing und für jedes Jahr um 0,1 stieg 
bis auf 3,5 für erwachsene Männer und 3,0 für erwachsene Frauen) 
aufstellen zu können, durch die sich die gesamte Verbrauchsausgabe 
für eine Familie von beliebiger Zusammensetzung ausdrücken ließe, 
Die hierbei benutzte Einheit nannte er (zur Erinnerung an Quetelet) 
ein „Quet“. Eine Familie mit einem 10-jährigen und einem 12-jährigen 
Kinde würde also 3,5 + 3,0 + 2,0 + 2,2 = 10,7 „Quets“ zählen. In 
der amtlichen dänischen Statistik hat man eine andere auf physio- 
logischen Untersuchungen fußende Skala angewandt. Ohne Willkür 
sind diese oder andere vorgeschlagenen Maßstäbe jedoch nicht. Der 
Geldwert des Verbrauchs der einzelnen Individuen ist zum Teil von 
der Größe der ganzen Familie abhängig, u. a. werden die Einkäufe 
in der Regel im größeren Hausstande pro Einheit billiger als im 
kleineren sein. 
369. Als weiteres Beispiel aus der Wirtschaftsstatistik sel auch 
lie Berechnung von Indexzahlen zur Beleuchtung der variierenden 
Höhe des Arbeitslohns erwähnt. Bei einer solchen Berechnung 
ist zu berücksichtigen, daß die Lohnbewegungen in den verschiedenen 
Berufszweigen von verschiedener Stärke gewesen sein können; und 
da der Stundenlohn gewöhnlich sehr schwanken wird, je nachdem 
für Zeitlohn oder im Akkord gearbeitet wird, so hat man not- 
wendigerweise dies in Betracht zu ziehen, indem man z. B. den ge- 
samten Wochenlohn berechnet, der einem Arbeiterstab, der von Zeit 
zu Zeit berufsmäßig in gleicher Weise zusammengesetzt ist und 
innerhalb welcher Berufe die Menge von Zeit- und Akkordarbeit 
zeitlich festliegt, auszuzahlen ist; man legt dann die zu verschiedenen 
Zeitpunkten gewonnenen Beobachtungen über den durchschnittlichen 
Stundenlohn jeweils bei Zeit- und Akkordarbeit für die Berechnung 
zugrunde. 
1) Die Lebenskosten belgischer Arbeiter-Familien früher und jetzt. Bulletin 
de l’Inst. Internat. de Stat.. T. IX. 1895
	        
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