Salbei
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Salizin
schwach bitter schmeckende Nadeln, die in
Wasser schwer, hingegen leicht in Alkohol,
Mandelöl und Rizinusöl löslich sind und gegen
Gelenkrheumatismus verordnet werden.
Salbei (lat. Folia salviae, frz. Sauge, engl.
Sage) ist eine artenreiche Pflanzengattung aus
der Familie der Lippenblütler. Im Drogenhandel,
erscheinen nur die getrockneten Blätter
von Salvia officinalis, einem in Spanien und
Italien heimischen Halbstrauche, der vielfach
angebaut wird. Die immergrüne, blauviolett blühende
Pflanze enthält in allen Teilen, hauptsächlich
aber in den runzligen, unterseits weißhaarigen
Blättern (lat. Folia salviae, frz. Feuilles
de sauge, engl. Sage leaves), ein aromatisch
riechendes ätherisches öl neben Gerbstoff, Stärke
und Harz und wird in Form von Aufgüssen,
Extrakt und Tinktur zu Mundwässern, zum
Gurgeln bei Blutungen des Zahnfleisches sowie
bei Verschleimung der Atmungsorgane und sonst
medizinisch verwandt.
Salbeiöl (lat. Oleum salviae, frz. Essence de
sauge, engl. Oil of sage), das ätherische Öl der
Salbeiblätter, ist von gelblicher Farbe, riecht
und schmeckt nach dem Kraute und hat ein
spez. Gew. von 0,915—0,930. S. enthält als
wirksamen Bestandteil Thujon neben Salven,
Pinen, Zineol, Borneol und Kampfer und ist
rechtsdrehend. Es wird medizinisch gegen Verschleimungen
verordnet.
Salben (lat. Unguenta, frz. Onguents, Pommades,
engl. Ointments) nennt man pharmazeutische
Zubereitungen von butterartiger Konsistenz,
die in einer Grundmasse von Fetten,
Wachs, Vaselin oder Lanolin arzneiliche Stoffe
enthalten. Nach ihrer Verwendung unterscheidet
man besonders Kühlsalben, die größere
Mengen Wasser enthalten; Reizsalben; austrocknende
Salben; Wundsalben, zum Abschließen
öffener Wunden, z. B. Borsalbe, und
medikamentöse Salben, z. B. Quecksilbersalbe.
Die gemischten Salben dürfen für Heilzwecke
nur in Apotheken verkauft werden, mit
Ausnahme der Bleisalbe, Borsalbe, Terpentinsalbe
und Zinksalbe zum Gebrauche für Tiere.
Freiverkäuflich sind auch: Cold-cream, Lippenpomade,
Pappelpomade, Salizy'.talg.
Salep (lat. Radix seu Tubera salep, frz. und
engl. Salep) besteht aus den Wurzelknollen
verschiedener Orchideen, und zwar wird beim
Ausgraben im Herbst nur die junge, volle Knolle,
nicht die alte, verschrumpfte, genommen. Im
allgemeinen bevorzugt man diejenigen Arten, die
rundliche oder länglichrunde Knollen haben,
doch kommen auch, namentlich in Österreich,
gefingerte Knollen als Händchensalep zur
Verwendung, Zu den derb knolligen Arten gehören
Orchis Morio, auf feuchten Wiesen und
Triften stellenweise sehr häufig; Orchis mascula,
auf ähnlichen Standorten; die stattliche
Orchis militaris (Helmbuschorchis), auf
Hügelland und Kalkboden im Gebüsch, und
einige andere. Früher kamen die Salepknollen
nur aus dem Orient, über Konstantinopel und
Smyrna. In neuerer Zeit wird aber die deutsche
Ware von den Drogisten vielfach bevorzugt, da
sich aus ihr ein rein weißes Pulver darstellen
läßt. Der deutsche S. wird im Rhöngebirge,
Spessart, Odenwald, Nassau usw. gesammelt.
Man brüht die Knollen mit heißem Wasser,
wobei die äußere Haut sich loslöst, und trocknet
sie dann im Backofen oder, an Fäden aüfgereiht,
an anderen warmen Stellen. Die Größe der
Stücke schwankt von der einer Haselnuß bis zu
der einer welschen Nuß. Die Farbe ist gelblichweiß,
die der orientalischen, die teilweise auch
größere Stücke bildet, bräunlich. Hauptbestandteile
der Knollen sind reichliche Mengen Stärkemehl
und noch größere eines tragantähnlichen
Schleims, Bassorin, der in Wasser stark aufquillt,
ohne sich eigentlich zu lösen. Durch die Behandlung
mit heißem Wasser werden beide Stoffe
aufgequellt, die Stärke verwandelt sich in Kleister
und verleiht den Stücken nach dem Trocknen
ein durchscheinendes, kornartiges Aussehen.
Gleichzeitig verlieren. sie ihren bitteren Geschmack
und unangenehmen Geruch. S. bildet
ein schleimiges, reizmilderndes und einhüllendes
Mittel. Man gibt es besonders Kindern in Fällen
von Schwäche. Abzehrung, Durchfällen, Ruhr
u.dgl. in Form von Salepschleim, der durch
Behandlung von einem Teil gepulvertem S. mit
zehn Teilen kaltem Wasser und weiterem Auflösen
in 90 Teilen kochendem Wasser hergestellt
wird. Außerdem dient der Stoff auch zum Appretieren
von Seidenaeugen. Das Pulvern der Knollen
macht Schwierigkeiten und wird häufig von den
größeren Drogenhandlungen selbst besorgt. Im
Händel kommt auch unechter gepulverter S. vor,
der aus Kartoffeln hergestellt ist.
Salikor, eine geringwertige Sorte Rohsoda,
die im südlichen Spanien und Frankreich aus
einer Strandpflanze, Salicornia annua, durch
Verbrennen und Auslaugen der Asche bereitet
wird, enthält nur etwa i4°/o kohlensaures Natron.
Salimenthol, der Salizylsäureester des Men
thols, wird als Mittel gegen Rheumatismus und
Zahnschmerzen angewandt.
Salipyrin (salizylsaures Antipyrin, lat.
Antipyrinum salicylicum, s. Pyrazolum phenyl
dimethylicum salicylicum, frz. Salicylate d’antipyrine,
engl. Antipyrine salicylate), eine in farblosen
Kristallen erhaltene , Verbindung vom
Schmelzpunkt 92 °, dient als Mittel gegen Fieber
und Kopfschmerzen.
Salizin (Weidenbitter, lat. Salicinum, frz-Salicine,
engl. Salicin), der eigentümliche, zu den
Glykosiden gehörige Bitterstoff der Weidenrinden,
Wird am zweckmäßigsten,von den roten
Weidenarten (Purpurweide u.a.) hergestellt,
die daran reicher sind, während bei den übrigen
der Gerbstoff vorherrscht. Man behandelt
zu diesem Zwecke die wäßrige Abkochung der
Rinden mit Bleiglätte, entbleit mit Schwefelwasserstoff
und dampft ein. Im gereinigten Zustande
bildet das S. kleine weiße, glänzende
Kristalle in Form von Schüppchen oder rhombischen
Prismen, die sich wenig in kaltem, reichlich
in siedendem Wasser und Weingeist, aber
nicht in Äther oder Chloroform lösen und äußerst
bitter schmecken. In konzentrierter Schwefelsäure
löst es sich mit blutroter Farbe und entwickelt
mit Kaliumdichromat und Schwefelsäure
den Geruch nach Salizylaldehyd. Der Schme! 2 '
punkt liegt bei 201 0 . Die Zusammensetzung entspricht
der Formel C 13 H lg O,. S. wirkt geg e0
Wechselfieber wie Chinin, aber weit schwächer,