Full text: Vom Wirtschaftsgeist in Amerika

do Bewertung der Zeit 
gerne von seiner Arbeitsleistung spricht, tut man gut, ein wenig 
abzuziehen, während man dort, wo man sie sich nicht gerne 
anmerken läßt, wie etwa in Frankreich, wird zulegen müssen, 
um zu einer richtigen Vorstellung zu kommen. Der Ameri- 
kaner wird auch nur zu leicht zu allzu rascher, allzu flüch- 
tiger Arbeit verführt. Man hat nicht warten gelernt, man will 
immer möglichst rasch das Ergebnis der Arbeit und den greif- 
baren Erfolg sehen, die kleine sorgfältige Arbeit, die Mühung 
um das Unbedeutende verachtet man. So sind Ungründ- 
lichkeit, Nachlässigkeit, Flüchtigkeit, wie mehrere Beob- 
achter des Wirtschaftslebens betonen 43, die Kehrseite des 
raschen Anpackens, der starken Aktivität, der Freude an der 
Tätigkeit, die vor einer Fülle von Aufgaben sich nicht er- 
drückt, sondern nur erregt fühlt. Im Grunde, so hat sogar 
ein Amerikaner gemeint, sei man eigentlich faul bis zu einem 
unaussprechlichen Grade, da die wirklich harte Arbeit und 
konzentriertes Nachdenken die Amerikaner dermaßen ermüde, 
daß sie ihnen unerträglich erschienen 44, 
Zu den am deutlichsten hervorgetretenen Seiten des ameri- 
kanischen Lebens gehört für die meisten das scharfe 
Tempo, in dem es abläuft, die aufreibende Hetzjagd, die 
nie zur Ruhe gelangen und nirgends Behaglichkeit aufkommen 
läßt, ein Zug, der auch erst durch die Erschließung der Mitte 
hinzugekommen ist. Die Art des Amerikaners, „sein Frühstück 
herunterzuschlingen, in die Kleider hineinzustürzen, sich an 
den Wagen zu hängen, der ihn ins Bureau fährt, läßt einen 
an die Feuerwehrpferde in New York denken, die in sieben
	        
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