Full text: Vom Wirtschaftsgeist in Amerika

Verknappung der natürlichen Hilfsquellen 75 
was die Natur bot, der Wirtschaft zugeführt, man schöpfte 
überall aus dem Vollen und begnügte sich damit, nur die 
reichsten Quellen anzugreifen, stets nur den Rahm abzu- 
schöpfen, der einen raschen und reichen Profit und bequeme 
Gewinnungsmöglichkeiten bot. Auf einer solchen, oft sinn- 
losen Ausbeutung beruhte zu einem guten Teil die schnelle 
Entfaltung des Wirtschaftislebens, der große Zug, der es im 
Verhältnis zu dem europäischen auszeichnete, aber die 
schweren Folgen haben sich weit schneller zu erkennen ge- 
geben, als man es selbst in Europa annehmen durfte. Zahl- 
reiche Erzlager, viele Kohlengruben, in denen man leicht- 
fertig ohne den Blick auf die Zukunft gewirtschaftet hatte, 
sich nur des Besten bemächtigt und große Massen ungenützt 
in der Grube gelassen hatte, beginnen sich zu erschöpfen, 
So hat man bereits im Jahre 1909 begonnen, eine In- 
ventur der vorhandenen Mineralschätze vorzunehmen, wenn 
auch die Jahresberichte der Geological Survey immer noch 
von neuen Funden berichteten. Der „forest primeval‘““, aus 
dem sich jeder das Holz geholt hatte, das er zu brauchen 
meinte, den man niedergebrannt hatte, wenn er im Wege zu 
sein schien, ist schon dermaßen gelichtet, daß nur noch an 
der Küste des Stillen Ozeans ein größeres Reservoir verbleibt 
und eine bedeutende Zufuhr von außen her notwendig ge- 
worden ist. Nach einer Untersuchung des Forest Service sind 
drei Fünftel der einst vorhanden gewesenen Vorräte bereits 
aufgebraucht, und der Konsum übersteigt den Nachwuchs um 
das Vierfache. Eine staatliche Überwachung der Wälder ist
	        
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