Full text: Vom Wirtschaftsgeist in Amerika

SO . Schwinden von „fair chance‘ und „opportunity“ 
gegenüber dem Staat und gegenüber dem Konsumenten sieht 
man die Gefahr. Diese „unsichtbaren industriellen Fürsten- 
tümer“, wie sich die Kommission ausdrückte, sind nach ihrem 
Urteil eine größere Bedrohung der Wohlfahrt der Nation als es 
die gleiche Macht sein würde, wenn sie in zahlreichen kleinen 
Königreichen in verschiedenen Teilen des Landes verteilt 
wäre!l4, Man hatte früher dem Anschwellen des Reichtums 
mit jenem freudigen Gefühl zugesehen, das man allem Wach- 
sen entgegengebracht hatte, die ungeheure Prosperität, das 
Bewußtsein, andere Länder zu überholen, hatte früher nur 
Freude und Stolz aufkommen lassen. Man bewunderte die 
Träger des Reichtums und ihre Aktivität und tröstete sich da- 
mit, daß doch jeder den Marschallstab des Kapitalisten bei 
sich trage, und daß es von Hemdsärmel zu Hemdsärmel meist 
sehr rasch zu gehen pflege. Amerika war ja doch das Land 
der „fair chance“, der „opportunity“! Aber gerade diese wirt- 
schaftliche Freiheit hatte aufgehört zu existieren, die Gleich- 
heit der Chance steht jetzt nur noch auf dem Papier, wenn 
auch gerne, namentlich auf Seiten der Wirtschaftsführer die 
Fiktion aufrechterhalten wird, als ob sich nichts geändert habe. 
„Es sind völlig unamerikanische Zustände über Amerika ge- 
kommen“ 115, und „wenn man die Freiheitsstatue genau an- 
sieht, so kann man nicht umhin zu bemerken, daß sie einen 
ironischen Zug um die Mundwinkel zu zeigen beginnt“ 116, 
Der alte Individualismus ist fast tot, die Pionierideale sind 
dahin. Der Erfolg hängt nicht mehr ausschließlich von der 
Tüchtigkeit und Geschicklichkeit des Individuums ab, einem
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.