Full text: Rationalisierung und Wirtschaftlichkeit in der Kali-Industrie

Schlußbetrachtung. 
Die wirtschaftlichen Ergebnisse und sozialen Wirkungen der Rationali- 
sierung und Betriebskonzentration in der deutschen Kali-Industrie lassen sich 
folgendermaßen kurz zusammenfassen: 
Stillegung von 162 Kaliwerken, deren Errichtung einen Koslenaufwand 
von annähernd 1 Milliarde Goldmark erforderte. 
Große Wahrscheinlichkeit weiterer Slillegungen. 
g Se mrrenball.» der gesamten Kali-Industrie in wenige Groß- 
Entlassung von über 20 000 Arbeitern. 
Einlegung von zahlreichen Feierschichten. 
Ganz erhebliche Verminderung der Selbstkosten und des Lohnanteils. 
Außerordentliche Steigerungen der Produktionsleistungen insgesamk 
und pro Mann und Schichk. 
be des Friedensreallohnes, troh der unverkürzten Friedens- 
Am Schlusse steht als Krönung der Rationalisierung und Betriebskonzen- 
tration die Forderung der Kali-Industriellen nach höheren Kalipreisen. 
Demnach wäre die gesamlte Ralionalisierung in der Kali-Industrie mik 
all ihren Stillegungen, mil all den Leiden, die die Rationalisierung über 
die Arbeiter- und Angestelltenschaft verhängt hat, vollkommen nuhlos 
gewesen und die ungeheure Kapitalaufwendung zu Rationalissierungs- 
zwecken weiter nichts als sinnlose Verschwendung, die Rationalisierung 
völlig unwirtjschaftlich. 
. Zu einer solchen Auffassung muß man kommen, wenn die von den Kali- 
Industriellen gegebene Darstellung über die Lage der Kali-Industrie richtig 
wäre. Wir können sie aber nicht als richtig anerkennen. Wir glauben 
den Nachweis geführt zu haben, d aß die Kali-Industrie 
keiner Preiserhöhung für Kalisalze bedarf,. daß s|sie 
bei d en ge g enw är tigen Preisen nicht nur ihre Unkossten 
deckt, sond ern auchnoch erh ebliche Ge winne erziel k. 
Mit einem Festhalten an dem gegenwärtigen Preisstand für Kalisalze ist 
aber der volkswirtschastliche und soziale Zweck der Rationalisierung und Be- 
triebskonzentration nicht erreicht. Wir müssen an die rationalissierte Kali- 
Industrie die weiter gehende Forderung stellen: 
Die Rationalisierung muß sich auswirken in ni e d rig er en Kali- 
pr eien un erhöhten Arbeitslöhnen und in kürzerer 
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