Metadata: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

schlagen zu wollen, mag nun der Wettbewerbskreis eng oder weit 
gezogen sein. Daß ein derartiger Wettbewerb entstehen konnte, hängt 
zusammen mit der Publizität der Genossenschaften, wodurch es mög 
lich war, eine Gegenüberstellung der Umsatzziffern, Mitgliederzahlen 
usw. zu machen, wie wir sie in den Jahresberichten der konsumge- 
nosscnschaftlichen Verbände finden. Schließlich wäre noch ein zwin 
gender äußerer Grund zu nennen, d. i. das Verlangen der Mitglieder 
nach „Dividende". Eine bestimmte „Dividende" muß unbedingt heraus- 
gewirtschaftet werden. Das ist aber nur dann möglich, wenn die ver 
antwortlichen Beamten stets ans das Wohl ihrer Genossenschaften 
bedacht sind und jeden Vorteil für sie herauszuholen suchen. 
Die Lieferanten, mit denen der konsumgenossenschaftliche 
Einkäufer in Verbindung tritt, kann man unterscheiden in 
1. Erwerbsbetriebe, 
2. konsumgenossenschaftliche Einkaufszentralen, 
3. Konsumgenossenschaften. 
Die letzte Gruppe, die Konsumgenossenschaften, sind heute noch 
unbedeutend als Lieferanten anderer Konsumvereine, wenigstens was 
die Umsatzgröße anbelangt. Der Hauptlieferant der Konsumvereine 
ist die Großeinkaufsgescllschaft. Die 1486 Konsumgenossenschaften, 
die im Jahre 1913 von der Großeinkaufsgesellschaft in Hamburg 
Waren bezogen, hatten bei dieser Einkaufszentrale einen Umsatz in 
Prozenten des Umsatzes des eigenen Geschäfts von 28,7 <y 0 , int Jahre 
1910 betrug der Prozentsatz erst 21,4 o/g. Ziehen wir von deut Um 
satz im eigenen Geschäft 20°/o ab - so hoch ist nahezu der Auf 
schlag in den Konsumvereinen —, um den ungefähren Einkaufswert 
der Waren zu erhalteu, der für unsere Berechnung ja nur allein 
maßgebend sein kann, so bekommen wir für das Jahr 1913 einett 
Umsatz bei der G. E. G. von rund 36i<>/o. In den einzelnen Ver 
einen und sogar in den einzelnen Unterverbänden ist der Prozentsatz 
der Einkäufe von der G. E. G. sehr verschieden. Oft sind es nur 
einige Prozent, die die Vereine von ihr kaufen; es gibt 
aber auch Konsumgenossenschaften, die nahezu ihren ganzen Bedarf 
bei ihr decken. Im letzten Falle wird es sich meist um 
neuere Vereine handeln, die in der Hauptsache voti der G. E. G. 
eingerichtet wurden. Es ist natürlich unmöglich, daß die Vereine 
ihren gesamten Bedarf bei der Einkausszentrale decken. Das wurde 
ja auch mit der Gründung der G. E. G. nicht beabsichtigt. Nach 
unserer Definition will die G. E. G. ja nur diejenigen Waren ver- 
mitteln, die die Konsumvereine sich nicht besser und billiger selbst be 
schaffen können. So fällt vor allen Dingen der Prozentsatz der Eigen-
	        
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