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nicht zu erörtern sind, missglückte in Folge eines Yorraths,
obwohl sie der gehörigen Vorbereitungen nicht ermangelte und
über eine für den nächsten Zweck eines raschen Schlages allen
falls ausreichende Macht verfügte. Bei dem Process bekundete
sich ihr Führer als ein Mann von grosser Offenheit, der es
für seine eigne Person verschmähte, die ihm über Alles gehende
Ehre seiner Sache im Interesse eines Rettungsversuchs der
nackten Existenz preiszugeben. Anstatt sich in einer Weise,
die man nach den gewöhnlichen Begriffen als formgerecht zu-
lassen würde, ab wehrend zu vertheidigen, phiidirto er für die
Gerechtigkeit seiner Anschauungen und Bestrebungen und er
klärte, dass er auf deren Vertretung nicht verzichte. Nach
Buonarrotis Bericht war Babeuf in seinen Privatbezichungen
und in seinen Familicnverhältnissen nicht etwa blos ohne Vor
wurf, sondern im Gegenthoil ein Widerspicl der Corruption und
blieb jederzeit arm. Selbst wenn wir den Kennzeichnungen
des Genossen nicht ohne Weiteres glauben wollen, so treffen
wir die Beurkundung der Anschauungsweise Babeufs doch in
den eignen Schriftstücken desselben in einer Gestalt an, die
nach Abzug der romantischen Elemente die honette, von einem
wirklichen Gerechtigkeitsgefühl belebte Gesinnung unverkenn
bar macht. Letzteres wird selbst für denjenigen klar sein,
der gewohnt ist, an die menschlichen Charaktere mit grossem
Misstrauen heranzutreten, die Maskenträgerei bis in den Tod
hinein als etwas Häufiges anzusehen und auch das in Anspruch
genommene Märtyrerthum selbst in den bedeutendsten Erschei
nungen der Geschichte stets kritisch zu untersuchen.
Da wir dem eigentlichen und gröberen Communismus in
einer ähnlichen Erscheinungsart nicht wieder begegnen, sondern
bei den communistischen Phänomenen der Gegenwart nur an den
Haupttypus zu erinnern haben werden, so muss der Gegen
stand sofort in seiner am meisten charakteristischen Ausprä
gung zur Erledigung gelangen. Dies geschieht am besten, in
dem wir die Ideen da aufsuchen, wo sie den Binn mit der
grössten Gewalt eingenommen hatten, was grade bei Babeuf
am unverkennbarsten ist. Sein letztes Benehmen zeigt uns,
dass es ihm bitterer Ernst war. Nach dem Ausspruch des
Todesurtheils wollte er sich sofort der fremden Gewalt ent
ziehen. Er und sein Genosse Dar thé leisteten sich gegen
seitig den letzten Dienst, aber nicht vollständig. Der Dolch