Full text: error

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zeugungen betont wurden, tiefe Klassenunterschiede. Und 
wenn die Geistlichen die armen Leute zu Demut, Gehor- 
3am und Genügsamkeit ermahnten, ihnen himmlische Be- 
lohnungen versprachen und die großen Kaufleute als er- 
wählte Männer Gottes priesen, so handelten sie auch nur 
im Interesse der Besitzenden, die, um Geld zu machen, 
eben Arbeiter brauchten, die schließlich den Wohlstand er- 
zeugten. Und die großen Kaufleute ließen diese Predigten 
drucken und verteilen. 
Da die Gesetze die Besitzenden bevorzugten und ihnen 
geradezu die Regierungsgewalt verliehen, konnten diese die 
Arbeiter mit schmeichelhaften Worten von der Würde der 
Arbeit abspeisen und’ die wertvollsten Privilegien, wie 
Bankkonzessionen, Kanalbau-, Handelsprivilegien und 
Liebesgaben in die Tasche stecken. 
Strenge Gesetze gegen die Armen 
Zugleich mit diesen Bevorzugungen gab es lange Zeit Ge- 
setze, die die Armen in erschreckendem Grade bedrückten. 
Arme Schuldner konnte man so lange, wie man wollte, 
ins Loch stecken, wie gering die geschuldete Summe auch 
war. 
Es war leicht, den Armen um seinen mageren Lohn zu 
betrügen, da er ja kein Anrecht auf die Produkte seiner 
Arbeit hatte, auch wenn man ihn nicht bezahlte. Seine 
Arbeitskraft war alles, was er zu verkaufen hatte, aber 
während die Produkte seiner Arbeit, sobald sie „Eigen- 
tum“ des Unternehmers geworden waren, den stärksten 
gesetzlichen Schutz genossen, schützte dasselbe Gesetz 
den Wert seiner Arbeitskraft nicht im geringsten. Schulden 
zu haben war für einen Arbeiter ein Verbrechen, ja schlim- 
mer als ein Verbrechen, denn während man einen Ein- 
orecher oder Taschendieb eine Zeitlang einsperrte und 
dann wieder freiließ, mußte der arme Arbeiter so lange im 
Loch sitzen, wie es seinem Gläubiger beliebte. 
Der Bericht der Gesellschaft für Gefängnisdisziplin für 1829 
besagt, daß in den Vereinigten Staaten ganze 75000 Menschen 
lährlich Schulden halber eingesperrt wurden, und daß mehr
	        
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