Object: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

die Seefrachten zu billigeren Preisen übernehmen 
konnten als die großen Gesellschaften, die ja ihre lau- 
fenden und festen Ausgaben zu zahlen hatten und auch 
gute Dividenden ausschütten wollten. 
Diese schwierige Lage hielt solange vor, bis die Be- 
teiligten einsahen, daß irgend etwas unternommen 
werden mußte, wenn nicht einige weniger kräftige 
Dampfschiffahrtsgesellschaften in Bankrott geraten 
sollten. Die Leiter der großen amerikanischen Eisen- 
bahnsysteme hatten lange Zeit die Hoffnung gehegt, 
daß einmal eine amerikanische Schiffahrtslinie den 
Verkehr zwischen New York oder Philadelphia und 
Großbritannien versehen werde, Diese Hoffnung wirkte 
sich in der Organisation der American Steamship Com- 
pany aus, die teilweise mit Kapital und unter der 
Führerschaft der Pennsylvania-Eisenbahn ins Leben ge- 
rufen wurde, Sie hatte aber keine besonderen Erfolge 
aufzuweisen, und es schien schon so, als ob sie bald 
wieder auffliegen würde. 
Kurz nach der erfolgreichen Organisierung der 
United States Steel Corporation wurde Morgan auf 
der Reise nach Europa von einem Schiffahrtskapitali- 
sten gefragt, ob es nicht möglich wäre, die verschiede- 
nen nordatlantischen Schiffahrtsgesellschaften unter 
einheitlicher Leitung zusammenzufassen und praktisch 
in die Hand eines einzelnen Eigentümers zu bringen. 
Morgan antwortete in seiner bekannten lakonischen 
Art: „Es müßte eigentlich.‘ Jedenfalls faßte der Ge- 
danke festen Fuß bei ihm, falls er sich nicht bereits 
lrüher mit derartigen Überlegungen beschäftigt haben 
sollte. 
Er sah aber sofort ein, daß sich ein Schiffahrts- 
trust in verschiedenen wichtigen Zügen von dem Auf- 
bau des Stahltrusts grundlegend unterscheiden müßte. 
Alle Gesellschaften, die in der United States Steel 
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