fullscreen: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

199 
Seite darf man nicht etwa glauben, daß die Monotonie der 
Arbeit den Arbeiter abstumpft. Er sinnt vielmehr immer 
auf neue Arten, seine Spezialität lukrativer zu gestalten. 
Mir wurde von einem zuverlässigen Maschinenbau-Ingenieur 
berichtet, daß ihm Arbeiter bekannt sind, die sich von 
ihnen ersonnene Einspannungs-Vorrichtungen in Washington 
haben patentieren lassen. Diese patentierten Vorrichtungen 
haben die Leistungen der betreffenden Arbeiter wesentlich 
erhöhen können. 
Das Bestreben der Amerikaner — anfänglich aus der Not 
des Arbeitermangels geboren, dann zum wirtschaftlichen Prin 
zip erhoben —, so wenig „Hände“ wie möglich zu beschäftigen, 
und keine Verrichtung, für die eine Maschine gefunden 
werden konnte, Menschen zu übertragen, das System der Ar 
beitsersparnis-Maschinen, das man mit noch besserem Recht 
das System der Arbeiterersparnis-Maschinen nennen dürfte, 
ist so erfolgreich gewesen, daß die Höhe des Arbeitslohns 
in Amerika für die Produktionskosten nicht entfernt dieselbe 
wirtschaftliche Bedeutung hat wie bei uns. Es gibt bei uns 
keine Industrie, die eine solche Lohnhöhe wie die ent 
sprechende Industrie in Amerika vertragen könnte. Dies um 
soweniger, als unsere Produktion, wenn auch willig, allgemein 
Lasten unterworfen ist, die drüben zunächst noch un 
bekannt sind. Doch die Arbeits- oder Arbeiterersparnis- 
Maschinen allein waren es nicht, die manchen Vorsprung 
bewirkt haben; sie sind nur unterstützende Hilfskräfte ge 
wesen. Muß doch auch im Rahmen dieser Erörterungen 
erneut betont werden, daß die Hochschutzzoll-Politik der 
Vereinigten Staaten der amerikanischen Industrie gestattet, 
am heimischen Markte die Verkaufspreise der Produktion 
beinahe um die volle Höhe des vielfach fast prohibitiven 
Zolles zu steigern, und daß diese Preissteigerung den Kanal 
bildet, durch den der Fabrikant einen recht erheblichen Teil
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.